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Opel - in den kommenden Tagen fällt eine Entscheidung.

Kommentar

Die Opel-Verschwörung - Ein Kommentar

Je näher der Tag der Entscheidung um Opel rückt, desto ungenierter lassen die Verschwörer gegen den deutschen Steuerzahler die Maske fallen. - Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Georg Anastasiadis.

Die amerikanische Konzernmutter GM, die Bieter Fiat und Magna, die Gewerkschaften und die wahlkämpfende SPD – sie alle haben die Notlage der Bundesregierung vor dem September-Wahltermin erkannt. Immer unverschämter und maßloser werden ihre Forderungen: 300 Millionen Euro verlangen plötzlich und ohne erkennbare Gegenleistung GM und die mit ihr im Bunde stehende US-Regierung, staatliche Milliardenbürgschaften ohne einen Cent Eigenkapital der Bieter Magna.

Derweil tun die Gewerkschaften und SPD -Spitzenkandidat Steinmeier bei dessen umjubeltem Auftritt vor der Belegschaft in Rüsselsheim („ich kämpfe auf Eurer Seite“) so, als gebe es ein grundgesetzlich verbürgtes Recht auf die Rettung von Opel – inclusive freie Wahl des Retters durch die zu Rettenden. Der kann für die Arbeitnehmervertreter und ihren politischen Arm nur Magna heißen, weil der (vorerst) die wenigsten Kündigungen verheißt.

Wie am Nasenring lässt sich Deutschlands politische Klasse vorführen von einer Großen Koalition der Abzocker. Opel ist ja erst der Anfang: Qimonda, Infineon, Karstadt und wie sie sonst noch alle heißen, sie alle können es kaum abwarten, als nächste beherzt in die Staatskasse zu greifen.

Die Tinte unter dem Opel-Deal wird noch nicht trocken sein, da wird Ministerpräsident Seehofer schon nach Hilfe für Schaeffler schreien, so wie seine Kollegen Koch und Rüttgers der Kanzlerin wegen Opel im Nacken sitzen.

Gibt es eine Wahl? Ja, die gibt es. Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg hat sie beschrieben: die geordnete Insolvenz, die die überlebensfähigen Teile von Opel in neue Eigentümerstrukturen überführen würde, ohne dass der Steuerzahler sich brutale Erpressungsmanöver gefallen lassen müsste. Auch die Amerikaner wählen mit gutem Grund diesen Weg.

Allerdings setzt sein Beschreiten politisches Rückgrat voraus. Guttenberg verfügt offenbar darüber. Bei den Wahlkämpfern Merkel und Seehofer darf man sich dessen leider weit weniger gewiss sein.

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