Taliban
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Taliban-Kämpfer haben einen Distrikt im Verantwortungsbereich der Bundeswehr kurzzeitig in ihre Gewalt gebracht.

Taliban überrennen Bundeswehr-Distrikt in Nordafghanistan

Kabul - Taliban-Kämpfer haben am Montag im nordafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr erstmals einen Distrikt vorübergehend in ihre Gewalt gebracht.

Nach Polizei- und Regierungsangaben wurden dabei ein Polizist getötet und neun weitere verschleppt. Dutzende mit Maschinengewehren und Panzerfäusten bewaffnete Aufständische stürmten demnach das Verwaltungszentrum des Distrikts Borka und steckten Regierungsgebäude, die Polizeistation sowie einen Polizeiwagen in Brand.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, die Aufständischen hätten den Distrikt drei Stunden in ihrer Gewalt gehabt und sich dann zurückgezogen. “Das Schicksal der gefangenen Polizisten wird von unserer Führung entschieden“, sagte er. Bei dem Angriff seien drei afghanische Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden.

In Nordafghanistan hat innerhalb der ISAF die Bundeswehr das Kommando.

Die Aufständischen hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach Distrikte im umkämpften Süden überrannt, bislang aber nicht im Norden des Landes. In Nordafghanistan hat innerhalb der ISAF die Bundeswehr das Kommando, die dort auch eine Schnelle Eingreiftruppe unterhält.

Der britische Premierminister Gordon Brown nannte bei einem Überraschungsbesuch im Krisengebiet das Grenzland zwischen Afghanistan und Pakistan einen “Schmelztiegel des Terrorismus“. Brown sagte am Montag, zwischen 25 und 30 Millionen Menschen lebten in dieser “Brutstätte für internationale Terroristen“.

Seine Regierung werde am Mittwoch eine Strategie zum Umgang mit dem Terror in der Region vorlegen. “Die Stabilität auf den Straßen Londons hängt von der Stabilität im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan ab“, sagte er. Brown besuchte am Montag britische Soldaten in der umkämpften Provinz Helmand und traf in Kabul mit Präsident Hamid Karsai zusammen.

Nach Angaben der US-Armee haben US-geführte Koalitionstruppen und afghanische Soldaten fünf Aufständische getötet. Zwölf Verdächtige seien bei den Operationen in der Provinz Kandahar und der ostafghanischen Provinz Kunar gefangen genommen worden, teilten die amerikanischen Streitkräfte am Montag mit.

Bei einem anderen Zwischenfall in der Provinz Kandahar wurden fünf afghanische Polizisten und zwei Zivilisten getötet, als das Polizeifahrzeug von einem Sprengsatz getroffen wurde.

dpa

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