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Die US-amerikanische Fernsehmoderatorin Mika Brzezinski im Dezember 2014 in New York bei den "Women of Worth Awards". Foto: Evan Agostini

Protest nach Twitter-Attacke

Attackierte Moderatorin über Trump: "Kindliches Ego"

Donald Trump beschimpft zwei Moderatoren mit rüden Worten, die beiden schlagen zurück. Mittendrin: ein Klatschblatt mit einer zwielichtigen Geschichte.

Washington (dpa) - Die US-Moderatorin Mika Brzezinski hat sich gegen eine Beleidigung durch Präsident Donald Trump gewehrt und Zweifel an seiner Qualifikation für das Amt geäußert.

"Er scheint ein fragiles, ungeduldiges, kindliches Ego zu haben, das wir wieder und wieder sehen konnten, besonders wenn es um Frauen geht", sagte sie am Freitagmorgen in der Show "Morning Joe", die sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Joe Scarborough im Sender MSNBC moderiert. Es sei alarmierend, dass der Präsident so schnell aus der Fassung gerate, fügte die 50-Jährige hinzu.

"Das Weiße Haus behauptet, wir würden ihn angreifen", sagte Brzezinski. Das stimme nicht. "Wir berichten über seine Lügen. Wir sind verärgert, wenn er nicht die Wahrheit sagt, wenn er Menschen schikaniert."

Trump hatte getwittert, Brzezinski habe ihn in seinem Anwesen in Mar-a-Lago unbedingt sehen wollen, obwohl sie nach einer Lifting-Operation im Gesicht stark geblutet habe. Er beschrieb sie als "verrückte Mika" mit niedrigem IQ, ihren Partner Scarborough nannte der Präsident einen "Psychopathen". Das löste einen Proteststurm aus. Auch eine Reihe prominenter republikanischer Politiker äußerte Unverständnis und Kritik.

Die beiden Moderatoren verschoben einen Urlaub, um am Freitagmorgen in ihrer Show auf Trumps Angriff reagieren zu können.

Das Paar bezichtigte Trump der Lüge. Es stimme nicht, dass Brzezinski wegen eines Face-Lifts geblutet habe. Sie habe lediglich "ein wenig Haut" unter ihrem Kinn straffen lassen, erklärte die Moderatorin.

Scarborough und Brzezinski warfen Trump auch vor, dass er versucht habe, mit einer Geschichte über sie in einem Klatschblatt Druck aufzubauenb. "Ranghohe Mitarbeiter aus dem Weißen Haus haben uns davor gewarnt, dass der National Enquirer einen negativen Artikel über uns veröffentlichen wird, es sei denn, wir beknien den Präsidenten, dass er die Geschichte verhindert", erklärten sie in einem Gastbeitrag für die "Washington Post".

Der "National Enquirer" liegt in vielen Supermärkten an der Kasse aus und fällt immer wieder mit unwahren Geschichten auf. Die Redaktion des Magazins hatte sich im Wahlkampf früh hinter Trump gestellt. Der Verleger ist ein langjähriger Freund Trumps.

Der Präsident reagierte im Kurznachrichtendienst Twitter auf die Kritik der Moderatoren. Er habe die Sendung zum ersten Mal seit langer Zeit wieder gesehen, schrieb er. Scarborough habe ihn angerufen, um den Artikel zu verhindern. "Ich habe nein gesagt. Schlechte Show."

Die Redaktion des "National Enquirer" erklärte in einer Stellungnahme, man wisse nichts von Diskussionen zwischen dem Weißen Haus und dem Paar über den Artikel, und sei auch nicht in solche involviert gewesen.

Trumps Beziehung zu den meisten Medien ist sehr schlecht. Seit er im Amt ist, hat er mehr als 850 Tweets abgesetzt. In dem Kurznachrichtendienst folgen ihm 33 Millionen Nutzer.

Die Twittertirade sorgte auch am Freitag für Diskussionen und überlagerte in einigen Medien die Berichterstattung über das in Kraft getretene Einreiseverbot für Menschen aus sechs muslimisch geprägten Ländern. Die "New York Post" kommentierte die Ausfälle des Präsidenten mit den knappen Worten: "Hör' auf. Hör' einfach auf."

Gastbeitrag Washington Post

Auszüge der Show

Statement National Enquirer

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