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Lawrow lässt aufhorchen: Drohung an Moldau? – „Werden alles tun“

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Von: Franziska Schwarz

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Ukraine-Krieg: Russland-Außenminister Sergej Lawrow spricht bei einer Bildungs-Veranstaltung in Moskau im August 2022.
Aufnahme vom 31. August: Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Moskau © Vyacheslav Prokofyev/Imago

In der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau sind russische Armeeeinheiten stationiert. Sieht Moskau das Land wie die Ukraine als Einflusszone?

Moskau - Plant Kremlchef Wladimir Putin auch einen militärischen Angriff auf die frühere Sowjetrepublik Moldau? Eine Rede von Außenminister Sergej Lawrow hat entsprechende Befürchtungen jetzt befeuert.

„Wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass die Interessen der russischen und russischsprachigen Bevölkerung in Moldau in keiner Weise beeinträchtigt werden“, sagte Lawrow am Mittwoch (31. August) bei einer Veranstaltung in Moskau. Das berichtet unter anderem der türkische Ableger des TV-Senders Euronews.

Lawrow fordert demnach zudem, Moldau solle einen „direkten Dialog“ mit Transnistrien aufnehmen. Wie in der angrenzenden Ukraine lebt in Moldau auch russischsprachige Bevölkerung - und mit Transnistrien gibt es in dem Land eine Konfliktregion, in der bereits seit den 1990er-Jahren de facto ein prorussisches Separatistenregime herrscht.

Russische Separatisten in Moldau: Lawrow fordert „direkten Dialog“

Lawrow betonte laut Euronews nun, dass Transnistrien Teil der Republik Moldau sei, und dass dort hauptsächlich Russen und russischsprachige Menschen lebten. Den „direkten Dialog“ verweigere jedoch Moldaus Präsidentin Maia Sandu, erklärte Lawrow laut Euronews und vermutete dahinter den Einfluss der USA und der EU. „Es scheint, sie hoffen, dass dieses Problem nicht-diplomatisch gelöst wird“, zitierte ihn der Bericht.

Laut der russischen Staatsagentur Tass betonte Lawrow bei der Veranstaltung außerdem, Russland werde seine „Agenda“ weiterverfolgen, welche auf der UN-Charta sowie Respekt für die Souveränität der Staaten basiere - letztere Dinge würden aktuell allerdings von den USA und ihren Verbündeten in der EU und weltweit „verletzt“.

Moskau hat nach Transnistriens Abspaltungskrieg 1992 Soldaten in der Separatistenregion stationiert, und hält das „für absolut notwendig und rechtlich gedeckt“, wie die Süddeutsche Zeitung 2020 schrieb. Diese Präsenz sei für den Kreml ein „Faustpfand“.

Moldau ist eines der kleinsten Länder Europas und zugleich das ärmste. Nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat sich Moldau offiziell für neutral erklärt und sich bislang auch nicht an den westlichen Sanktionen gegen Russland beteiligt, von dessen Gaslieferungen es immer noch stark abhängig ist.

Russland und die Ex-Sowjetrepublik Moldau: eine schwierige Beziehung

Bereits im Juni hatte der Kreml die moldauische Regierung kritisiert. Damals ging es um die Verleihung des EU-Kandidatenstatus an das Land. Es müsse sichergestellt werden, dass sich im Zuge der Annäherung an die EU nicht die Beziehungen zwischen Russland und der EU weiter verschlechterten, sagte damals Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Sie sind auch so schon reichlich verdorben.“

Peskow warf der Regierung Moldaus außerdem vor, sie versuche, um den Kandidatenstatus zu rechtfertigen, Maßnahmen gegen Russland zu ergreifen: „Ihnen scheint wohl, je russenfeindlicher sie sind, umso mehr müssten sie den Europäern gefallen.“ (frs mit Material der dpa)

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