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Boliviens linker Präsident Evo Morales ist mit seinem Versuch, durch eine Verfassungsänderung noch bis 2025 im Amt bleiben zu können, gescheitert. Foto: Martin Alipaz

Keine Amtszeitverlängerung für Morales in Bolivien

Evo Morales sieht sich als Präsident des Volkes und auf historischer Mission für Bolivien. Doch zuletzt gab es Gegenwind - einer Amtszeit über 2020 hinaus haben die Bürger nun womöglich eine Abfuhr erteilt.

La Paz (dpa) - Boliviens Präsident Evo Morales ist nach Prognosen mit dem Vorhaben gescheitert, bis maximal 2025 im Amt bleiben zu können.

Bei einem Referendum über eine dafür notwendige Verfassungsänderung stimmten 52,3 Prozent mit Nein und 47,7 Prozent mit Ja, eine andere Prognose kam auf 51 zu 49 Prozent.

6,5 Millionen Bolivianer waren zur Wahl aufgerufen. Morales räumte die Niederlage noch nicht ein - er will das womöglich erst in einigen Tagen vorliegende endgültige Ergebnis der Wahlbehörde abwarten.

Der frühere Kokabauer und erste indigene Präsident des Andenstaates ist seit 2006 im Amt. Der linke Politiker hatte bereits einmal die Verfassung ändern lassen, um länger im Amt bleiben zu können und wurde 2014 mit rund 61 Prozent für eine dritte Amtszeit bis 2020 gewählt. Durch eine Änderung des Artikels 168 wollte er nun mit Vizepräsident Álvaro García Linera eine nochmalige Wiederwahl und dann - im Falle eines Wahlsieges - eine vierte Amtszeit erreichen.

García Linera sprach von einem "technischen Patt" - die Ergebnisse der Bürger, die im Ausland gewählt haben, sowie die aus abgelegenen ländlichen Regionen müssten noch abgewartet werden. Es wäre die erste schwere Niederlage für den 56-jährigen Morales, der bereits jetzt so lange regiert wie kein Staatspräsident zuvor seit der Unabhängigkeit 1825.

Im Schnitt wuchs die Wirtschaft während seiner Präsidentschaft um 4,9 Prozent, vor allem auch dank der Einnahmen aus dem verstaatlichten Gasgeschäft. Kritiker werfen Morales und seiner Partei, der Bewegung zum Sozialismus (MAS), aber autoritäre Tendenzen vor. Überschattet wurde der Wahlkampf zum Referendum zuletzt von einer Brandattacke von Demonstranten auf das Rathaus der zweitgrößten Stadt El Alto, bei der sechs Menschen starben. Die MAS hatte 2015 das Bürgermeisteramt dort an Soledad Chapetón von der Partei Unidad Nacional verloren - einem MAS-Politiker wird eine Mittäterschaft an der Tragödie vorgeworfen.

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