Eine Familie steht innerhalb des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria. Mehrere Brände haben das Lager fast vollständig zerstört. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
1 von 6
Eine Familie steht innerhalb des ausgebrannten Flüchtlingslagers Moria. Mehrere Brände haben das Lager fast vollständig zerstört. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bei einem Treffen in Bormes-Les-Mimosas im August. Foto: Michael Kappeler/dpa
2 von 6
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bei einem Treffen in Bormes-Les-Mimosas im August. Foto: Michael Kappeler/dpa
Im bereits ausgebrannten Flüchtlingslager Moria stehen Zelte in Flammen. Mehrere Brände haben das Lager fast vollständig zerstört. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
3 von 6
Im bereits ausgebrannten Flüchtlingslager Moria stehen Zelte in Flammen. Mehrere Brände haben das Lager fast vollständig zerstört. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
Eine Frau geht mit ihren Kindern durch das ausgebrannte Flüchtlingslager Moria. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
4 von 6
Eine Frau geht mit ihren Kindern durch das ausgebrannte Flüchtlingslager Moria. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
Mehr als 24 Stunden nach Ausbruch der Feuer gab es immer noch keine offiziellen Angaben, wie viele Menschen obdachlos wurden. Zuletzt hielten sich in Moria und unmittelbarer Umgebung etwa 12.500 Migranten auf. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
5 von 6
Mehr als 24 Stunden nach Ausbruch der Feuer gab es immer noch keine offiziellen Angaben, wie viele Menschen obdachlos wurden. Zuletzt hielten sich in Moria und unmittelbarer Umgebung etwa 12.500 Migranten auf. Foto: Socrates Baltagiannis/dpa
Ungefähr 400 unbegleitete Kinder und Jugendliche, die in dem Lager Moria lebten, wurden zu anderen Einrichtungen in Nordgriechenland geflogen. Foto: Panagiotis Balaskas/AP/dpa
6 von 6
Ungefähr 400 unbegleitete Kinder und Jugendliche, die in dem Lager Moria lebten, wurden zu anderen Einrichtungen in Nordgriechenland geflogen. Foto: Panagiotis Balaskas/AP/dpa

Nach Brand im Lager Moria

Merkel: Nehmen minderjährige Flüchtlinge auf

Nach dem Großbrand im Flüchtlingslager auf Lesbos dürfen Hunderte Minderjährige die Insel verlassen. Deutschland und Frankreich wollen sie zusammen mit anderen Staaten aufnehmen. Kanzlerin Merkel hofft auf die Beteiligung weiterer EU-Mitgliedsstaaten.

Berlin (dpa) - Deutschland und Frankreich wollen nach dem verheerenden Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria minderjährige Migranten aufnehmen - wenn möglich gemeinsam mit anderen EU-Ländern.

Um die Übernahme habe sie der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in einem Telefonat gebeten, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag bei einer Diskussion mit dem Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei EVP, Donald Tusk, in der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Eine konkrete Zahl, wie viele Menschen Deutschland aufnehmen wird, nannte Merkel nicht.

Sie hoffe, dass sich auch andere EU-Mitgliedsstaaten an der Aufnahme der minderjährigen Flüchtlinge beteiligen würden, sagte Merkel. Sie habe mit Mitsotakis zudem besprochen, dass man sofort dabei helfe, neue und bessere Unterbringung für die von dem Brand betroffenen Menschen sicherzustellen. "So kann es nicht bleiben und Deutschland wird sich daran beteiligen", sagte die Kanzlerin.

Merkel sagte: "Es müssen weitere Schritte folgen." Deutschland habe sich der Verantwortung für die Migranten gestellt. "Aber wir können nicht zufrieden sein mit einer europäischen Migrationspolitik. Die gibt es im Grunde heute so nicht. Und wenn das so bleibt, ist das eine schwere Bürde für Europa", kritisierte die Kanzlerin. Sie werde die bis Ende des Jahres laufende deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um hier Fortschritte zu machen.

Migration sei weder alleine das Problem jener Länder, bei denen Menschen ankämen, und auch nicht alleine ein Problem Deutschlands, sagte Merkel. "Deshalb muss es noch mehr eine europäische Verantwortung werden." Die Bundesregierung werde darum kämpfen, "dass wir endlich zu mehr gemeinsamer Verantwortung kommen". Deutschland nehme täglich etwa 300 Flüchtlinge auf. Auch in Bosnien-Herzegowina gebe es eine ganz schlimme Situation und in vielen Staaten des westlichen Balkans, wo die Bundesregierung auch unterstützend tätig sei. "Wir können diese Problem nur gemeinsam lösen", sagte Merkel.

In Moria bündele sich die Problematik der Migration, mit der man sich seit der Flüchtlingskrise 2015 beschäftige, sagte die Kanzlerin. "Wir wissen im Grunde seit langem, dass Menschen dort unter unwürdigen Bedingungen leben." Der Brand habe wie im Brennglas gezeigt, was das Problem ist.

© dpa-infocom, dpa:200910-99-499520/11

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Merkel-Widersacher Merz? Er fällt hartes Urteil zu Moria-Flüchtlingen: „Dauerhaft keine Perspektive“
Merkel-Widersacher Merz? Er fällt hartes Urteil zu Moria-Flüchtlingen: „Dauerhaft keine Perspektive“
Anne Will sorgt mit intimer Frage für Ärger: Gast verweigert Antwort - „Ihrer nicht würdig“
Anne Will sorgt mit intimer Frage für Ärger: Gast verweigert Antwort - „Ihrer nicht würdig“
Streit um Moria-Flüchtlinge: Thüringische Stadt schießt gegen Ramelow - der kontert mit Fakten
Streit um Moria-Flüchtlinge: Thüringische Stadt schießt gegen Ramelow - der kontert mit Fakten
Moria: Schockierendes Video aus neuem Flüchtlingscamp aufgetaucht - Menschen großer Gefahr ausgesetzt?
Moria: Schockierendes Video aus neuem Flüchtlingscamp aufgetaucht - Menschen großer Gefahr ausgesetzt?