1. Startseite
  2. Politik

Verwirrung um Nichtangriffspakt zwischen Belarus und Ukraine: „Hatten und haben nicht vor, sie anzugreifen“

Erstellt:

Von: Andreas Schmid

Kommentare

Alexander Lukaschenko und Wolodymyr Selenskyj
Gibt es einen Nichtangriffspakt zwischen Belarus und der Ukraine? Alexander Lukaschenko und Wolodymyr Selenskyj stehen nach Angaben aus Minsk im Austausch. © Andrei Stasevich/BelTA/AP/dpa//Ukrainian Presidential Press Off/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa (Montage)

Laut Lukaschenko bat die Ukraine Belarus um einen Nichtangriffspakt. Selenskyj äußert sich ausweichend – und Russland weiß von nichts.

Minsk/Kiew – Belarus spielt eine besondere Rolle im Ukraine-Krieg. Das Land um Machthaber Alexander Lukaschenko unterstützt Wladimir Putin. So nutzte Russland das Staatsgebiet von Belarus für seine vor elf Monaten begonnene Invasion der Ukraine als Aufmarschort sowie für Angriffe aus der Luft. Belarus agiert als „verlängerter Arm des Kreml“ und gehörte außerdem zu den einzigen vier Ländern, die eine UN-Resolution zur Verurteilung des Ukraine-Kriegs abgelehnt hatte.

Zuletzt hatte es vermehrt Befürchtungen vor einem zweiten Angriff russischer Truppen über die fast 1000 Kilometer lange belarussische Grenze auf die Ukraine gegeben. Berichten des belarussischen Grenzschutzes zufolge sind aktuell entlang der Grenze mehr als 17.000 ukrainische Soldaten konzentriert. Außerdem gibt es Spekulationen um einen belarussischen Kriegseintritt. Nun äußert sich Lukaschenko differenzierter – und spricht plötzlich von einem „Nichtangriffspakt“, auf den Kiew prompt reagiert.

Nichtangriffspakt zwischen Belarus und Ukraine? Lukaschenko-Aussagen lassen aufhorchen

Am Dienstag behauptete Lukaschenko, dass die Ukraine einerseits Minsk einen Nichtangriffspakt angeboten habe und andererseits Kämpfer vorbereite. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Belta. Lukaschenko fügte demnach hinzu, er habe keine Ahnung, „wozu die Ukrainer das brauchen.“ Zudem beschuldigte er die ukrainische Regierung, sie lasse zu, dass ihr Territorium vom Westen für die Ausbildung und Bewaffnung von Militanten genutzt wird, die die Lage in Belarus destabilisieren könnten. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die Nachbarländer Polen und Litauen als „inzwischen völlig verrückt“. Diese Äußerungen konnten so aufgefasst werden, dass die Ukraine und die EU-Nachbarn Provokationen gegen Belarus planen.

Selenskyj bestätigte weder das Angebot eines Nichtangriffspakts, noch aggressive Absichten gegenüber Belarus. Für Kiew sei es wichtig, dass der Nachbarstaat seine Unabhängigkeit bewahre, sagte er auf einer Pressekonferenz mit seinem finnischen Amtskollegen Sauli Niinistö in Kiew. „Wir hatten und haben nicht vor, Belarus anzugreifen.“

Russland reagierte zunächst zurückhaltend auf die Aussagen aus Minsk. Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass weiß Moskau nichts von derartigen Überlegungen. „Nein, dazu kann ich im Moment nichts sagen, ich habe keine Informationen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow demnach. (as)

Auch interessant

Kommentare