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Kampfhubschrauber während eines früheren Sapad-Manövers. Foto: Alexey Druginyn / Ria Novosti

Militärmanöver

Russland und Weißrussland beginnen Großmanöver - Nato in Sorge 

Moskau und Minsk lassen an der Grenze zum Baltikum die Muskeln spielen. Das gemeinsame Manöver wird bei der Nato und in den baltischen Ländern mit Unbehagen gesehen.

Moskau/Minsk - Russland und Weißrussland haben das im Westen kritisierte gemeinsames Militärmanöver "Sapad" (Westen) begonnen. Bei der Übung wolle man auf der Grundlage moderner Konflikte trainieren und die Streitkräfte beider Länder schulen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

"Die Übung hat einen rein defensiven Charakter und richtet sich nicht gegen einen Staat oder eine Gruppe von Ländern", hieß es. Das Manöver werde an sechs Übungsplätzen in Weißrussland stattfinden. Zudem sollen taktische Manöver der Luftwaffe in Russland geprobt werden.

An der siebentägigen Übung sollen nach offiziellen Angaben 12.700 Soldaten aus beiden Ländern teilnehmen; rund 250 Panzer und 10 Schiffe sollen im Einsatz sein. Einige westliche Staaten und die Nato gehen davon aus, dass die eigentliche Teilnehmerzahl viel höher sein könnte. Ab 13.000 Soldaten müsste Russland nach den Regeln der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) ausländische Beobachter zulassen.

Von der Leyen rechnet mit bis zu 100 000 Soldaten

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen rechnet mit bis zu 100.000 Soldaten. Zudem befürchten Kritiker, dass russische Soldaten nach der Übung nicht aus Weißrussland abziehen könnten.

Russland hatte die Kritik der Bundesverteidigungsministerin bereits am vergangenen Wochenende zurückgewiesen. Die genannte Zahl von 100.000 Soldaten sei völlig aus der Luft gegriffen, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, in Moskau.

Russland habe den deutschen Militärattaché in Moskau und andere Diplomaten ausführlich über die Übung informiert, sagte Konaschenkow. Auch habe Generalstabschef Waleri Gerassimow mit dem Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses, Petr Pavel, über Sapad gesprochen.

In der Nato werden die Moskauer Angaben als unglaubwürdig gesehen, weil neben Sapad viele andere russische Manöver stattfinden. Von der Leyen hatte ihre Angabe auf Schätzungen östlicher Nato-Länder gestützt.

Der litauische Außenminister Linas Linkevicius hatte Moskau aufgerufen, das Großmanöver zu stoppen. "Wir sind besorgt. Moskau hat 4000 atomwaffenfähige Trägersysteme nach Weißrussland und an die Grenzen des Baltikums verlegt. Dazu kommen wenigstens 30.000 Soldaten. Dieses gefährliche Säbelrasseln muss aufhören", sagte Linkevicius dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag).

Im Gegensatz zu "Sapad 2013" verlegt Russland erstmals Truppen auch nach Weißrussland. "Wir fürchten, dass dort die russische Militärpräsenz dauerhaft sein wird", sagte Linkevicius. Die Annexion der Krim 2014 sei auch durch ein Manöver eingeleitet worden.

dpa

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