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Corona-Expertenrat gibt Omikron-Lagebericht ab – und erteilt vor MPK Handlungsempfehlung zu Regeln

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Von: Kathrin Reikowski

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Kanzler Olaf Scholz zieht sich eine Corona-Maske vom Gesicht.
Maske rauf oder runter? Der nationale Expertenrat gibt Hinweise zur temporären Abschaffung der Maskenpflicht © John Macdougall/dpa

Corona-Lockerungen oder Öffnungen? Der Expertenrat der Bundesregierung sieht eine neue Pandemiephase kommen.

Berlin - Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, können die Corona-Maßnahmen in den kommenden Wochen gelockert werden. So sieht es auch der Expertenrat der neuen Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD). „Ein Zurückfahren staatlicher Infektionsschutzmaßnahmen erscheint sinnvoll, sobald ein stabiler Abfall der Hospitalisierung und Intensivneuaufnahmen und -belegung zu verzeichnen ist“; heißt es in der aktuellen Stellungnahme des Gremiums. Für die kommenden Wochen sei zu erwarten, dass die Omikronwelle erst ihren Höhepunkt erreicht, und der nach einiger Zeit wieder abflache.

Der Rat spricht sich aber auch für ein „besonnenes Vorgehen“ an. „Ein zu frühes Öffnen birgt die Gefahr eines erneuten Anstiegs der Krankheitslast.“

Die Vorschläge des nationalen Expertenrats zu Corona-Lockerungen

Die Regierungschefs der Bundesländer wollen am Mittwoch über Corona-Öffnungsschritte beraten. Laut Beschlussvorlage könnte ab 20. März gelockert werden. Das aktuell geltende Infektionsschutzgesetz ist bis 19. März befristet, es stellt die Grundlage der Maßnahmen dar.

Corona-Expertenrat: Maskenpflicht wenn, dann nur temporär aufheben

Der Rat warnt vor Unsicherheiten im weiteren Pandemieverlauf, wegen der „nach wie vor weitaus zu großen Immunitätslücke in der Bevölkerung“. Dennoch könne man sich auf eine neue Phase der Pandemie einstellen, die allerdings immer noch „ein hohes Maß an Aufmerksamkeit“ erfordere. Die Bevölkerung will man dazu aufrufen, umsichtig und eigenverantwortlich zu handeln.

Zur Maskenpflicht gibt es eine klare Richtung. Sie könne aufgehoben werden, aber immer nur befristet: „Die Möglichkeit zur Anwendung der Maskenpflicht, insbesondere in öffentlichen Räumen, sollte grundsätzlich beibehalten werden; bei hinreichend niedrigen Infektionszahlen kann sie temporär aufgehoben werden.“ Dies müsse allerdings immer begleitet werden „von einer klaren Kommunikation zur zeitlichen Befristung.“ Denkbar scheint etwa ein Beibehalten der Maskenpflicht in Bus und Bahn.

Wenn mehr geöffnet wird, seien auch Risikogruppen wieder stärker gefährdet. „Im Rahmen etwaiger Öffnungsschritte“ würden „ungeimpfte und ältere Menschen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf verstärkt in das Infektionsgeschehen einbezogen werden“. Diese Gruppen müssten weiterhin geschützt werden.

Corona-Expertenrat: Teststrategie und hohe Impfquote entscheidend für kommende Phasen

„Auch aufgrund der hohen wirtschaftlichen und ökologischen Belastung“ müsse die Teststrategie in Deutschland in den kommenden Monaten angepasst werden. Man müsse vor allem überlegen, ob Testungen auf symptomatische Fälle beschränkt bleiben. Um deutliche Änderungen in der Infektionsdynamik frühzeitig zu erfassen, sollte aber stichprobenartig überwacht werden. Entscheidend sei dies vor allem im Hinblick auf kommenden Herbst und Winter.

Wenn man dauerhaft in eine Nach-Pandemie-Phase eintreten will, müssten sich Bürgerinnen und Bürger impfen lassen und eigenverantwortlich verhalten. Das Fazit klingt dann besonnen, aber hoffnungsvoll: „Trotz einiger Unsicherheiten kann nach Ansicht des ExpertInnenrats unter den oben genannten Rahmenbedingungen eine besonnene Rücknahme einzelner Infektionsschutzmaßnahmen in den kommenden Wochen möglich sein.“ (kat/dpa)

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