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Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Was tun mit jugendlichen Tätern?

Fünf Jugendliche vergewaltigen 18-Jährige ohne Strafe: Das ist schwer erträglich

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Wie soll man mit Straftätern umgehen, die juristisch gesehen noch Kinder sind? Zu leicht darf es sich die Politik bei der Frage nicht machen. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Reflexhafte Rufe nach einer Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters von 14 auf 12 Jahre bringen nichts, sagt die neue Bundesjustizministerin Christine Lambrecht nach der fassungslos machenden Vergewaltigung einer 18-Jährigen durch fünf jugendliche Täter in Mülheim. Mag sein. Dasselbe gilt freilich für die ebenso reflexhafte Gegenbehauptung, alles sei gut geregelt. Das ist es offensichtlich nicht. Es ist schwer erträglich, wenn 12-Jährige alt genug sein sollen fürs Vergewaltigen, aber zu jung, um dafür bestraft zu werden. Und die Fälle häufen sich. Gerade jugendlichen Migranten aus Macho-Kulturen fehlt es oft an Respekt gegenüber Frauen. Was hingegen meist nicht fehlt, ist die genaue Kenntnis der eigenen Rechte – und dass junge Täter hier nichts zu befürchten haben.

Mülheim: Gruppenvergewaltigung durch Jugendliche ohne Bestrafung ist schwer erträglich

Auf gesellschaftliche Veränderungen aber muss der Gesetzgeber reagieren. Das geltende Recht sieht vor, dass bei 12-Jährigen nicht Richter, sondern die Jugendämter aktiv werden. Doch im Mülheimer Fall sagt das Jugendamt, dass es gar nicht eingreifen könne – eine Gefährdung des Kindeswohls liege in den betroffenen Familien nicht vor. Eine Familie öffnete noch nicht einmal die Tür.

Gruppenvergewaltigung in Mülheim: Politik macht es sich zu leicht

Die Polizeigewerkschaft argumentiert sehr nachvollziehbar, dass es ja nicht darum gehe, Kinder wegzusperren, dass es auf junge Täter aber sehr wohl mehr Eindruck mache, wenn sie sich vor einem Richter verantworten müssten, als wenn das Jugendamt jemanden vorbeischicke. Außerdem seien die Jugendämter mit 13-jährigen Intensivtätern oft so überfordert, dass das Eingreifen von Jugendhilferichtern notwendig sei, um kriminellen Karrieren entgegenzuwirken.

In der Nähe dieses Spielplatzes in Mülheim ist eine junge Frau von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und sexuell missbraucht worden.

Dem entgegnet die Bundesjustizministerin, dass strafrechtliche Verantwortung einen Entwicklungsstand voraussetze, der „bei Kindern unter 14 Jahren regelmäßig nicht gegeben ist“. Wenn das im Ergebnis bedeutet, dass Opfer für solche Täter zu Freiwild werden, macht es sich die Politik ein bisschen zu leicht.

Sie erreichen den Autor unter Georg.Anastasiadis@merkur.de

Lesen Sie auch: Nach Vergewaltigung in Mülheim: 14-Jähriger bereits wegen Belästigung aufgefallen - neue Details

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Kommentare

Andreas ThomasAntwort
(0)(0)

Du möchtest uns also weismachen eine große Gruppe Jugendlicher, unter anderem mit Gemüse bewaffnet, hat dir aufgelauert.
So ein schmarrn.
Das gehört wohl eher in die Rubrik "wilde Erotik Fantasien"

Panos TerzAntwort
(3)(0)

Als eine indische Minderheit im 10 Jh. die Ostgrenze des Imperium Romanum Orientalis
erreichte, wurden ihre Angehörigen von den Beamten nach ihrem Namen gefragt. Die
Antwort war PARYAS, was ins Griechische übersetzt Athiganos (Αθίγγανος : Der
Unberührbare ) heißt, das durch Verbalhornung zu Zigeuner wurde (Cygan, Tsigan,
Zigeuner, Ciganyok, Κατσίβελος, Cacivel etc.) .

Diese Bezeichnung gilt seit 1000 Jahren und ist in allen Ländern üblich. Nur Deutschland
macht aus den bekannten unangenehmen Gründen und im Sinne der political correctnes
eine Ausnahme und verwendet die Wörter Roma (Menschen)
oder Sinti (Inder). Das Thema war übrigens Gegenstand meiner Spezialvorlesungen über die
ethischen Minderheiten.
Quellen (nicht die lächerliche Wiki) :
-H.Mode/S.Wolffling, Zigeuner, Der Weg eines Volkes in Deutschland, Leipzig 1968,
-C. J.Paul, The Gypsies, London 1963,
-O. Bankok, Zigeuner, Düsseldorf 1958.

Panos TerzAntwort
(3)(0)

Als Polyglott lese ich Zeitungen auch in anderen Sprachen. Der Spruch "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" ist schon längst überholt.