Was ist erlaubt? 

OB Reiter mit klarer Meinung zum Böllerverbot: „Die Sicherheit steht an erster Stelle“

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Das neue Jahr rückt näher und wie üblich gibt es Diskussionen um ein Böllerverbot. OB Dieter Reiter äußert sich im Interview über Feuerwerk in Menschenmassen und städtische Einschränkungen. 

  • In wenigen Wochen steht Silvester bevor. 
  • Am Dienstag haben Polizei und Kreisverwaltungsreferat bekanntgegeben, wie das Böllerverbot in München umgesetzt werden soll. 
  • OB Dieter Reiter bezieht im Interview Stellung.  

München - Polizei und Kreisverwaltungsreferat haben am Dienstag bekanntgegeben, wie das Böllerverbot in der Innenstadt in der bevorstehenden Silvesternacht umgesetzt werden soll. Oberbürgermeister Dieter Reiter nimmt im Interview mit unserer Zeitung dazu Stellung – und lässt anklingen, dass auch über das beliebte Feuerwerk zum „Sommernachtstraum“ im Olympiapark und über gewerbliche Feuerwerke zu Werbezwecken das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Herr Reiter, das Thema Feuerwerk und Böllern treibt die Menschen um.

Ich erhalte dazu tatsächlich das ganze Jahr über viele Zuschriften. Die meisten Menschen sprechen sich ganz generell gegen Feuerwerk und Böller aus. Die einen aus ökologischen Gründen, die anderen aus Sicherheits- oder Tierschutzgründen oder weil sie ganz allgemein gegen das Abschießen von Feuerwerksraketen sind.
Für mich steht dabei immer die Sicherheit der Menschen an erster Stelle. Was wir letztes Jahr am Marienplatz erlebt haben, als in der dichten Menschenmenge Feuerwerkskörper abgeschossen wurden, noch dazu quer in die Menge, da war es für mich zwingend erforderlich, dass man handelt. Deshalb haben wir in Absprache mit der Polizei das Abschießen von Feuerwerkskörpern an solchen Plätzen, wo sich viele Menschen aufhalten und deren Sicherheit gefährdet ist, jetzt verboten. In den Stadien verbieten wir es ja auch.
Mit der diesjährigen Regelung haben wir jetzt erste Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit für die Menschen zu erhöhen. Wir wollen ja, dass möglichst alle gut ins neue Jahr kommen. Und das Böllerverbot innerhalb des Mittleren Rings hat den Zweck, eine Umweltverschmutzung par excellence zu beenden.

OB Dieter Reiter: „Ob eine Lasershow alle zufriedenstellen würde, da bin ich mir nicht sicher“

Es wurde vielfach gefordert, die Stadt solle als Alternative an zentraler Stelle ein Feuerwerk oder eine Lasershow ausrichten.

Das kann ich mir schon vorstellen, aber nur, wenn das städtische Feuerwerk oder auch eine Lasershow dann das private Feuerwerk ersetzen würde. Aus ökologischer Sicht wäre es ja Wahnsinn, wenn wir als Stadt zu den privaten Böllern noch ein zusätzliches Feuerwerk veranstalten. Ob eine Lasershow alle zufriedenstellen würde, da bin ich mir nicht sicher.

Wenn man das ökologische Argument heranzieht, müsste man auch über den Sommernachtstraum im Olympiapark sprechen.

Natürlich kann man diskutieren, ob es noch zeitgemäß ist, ein so riesiges Feuerwerk abzuhalten. Auf der anderen Seite mögen es die Menschen, zumindest erhalte ich dazu keine Beschwerden. Und es dauert nur etwa eine Stunde. An Silvester wird ja schon Stunden vorher geböllert.

Gewerbliche Feuerwerke sind auch ein Thema, zuletzt in Aubing auf dem Metro-Parkplatz. Das ist doch schon eine städtische Entscheidung.

Nein, das entscheidet in diesem Fall nicht die Stadt. Wenn es um gewerbliche Feuerwerke geht, entscheidet darüber das Gewerbeaufsichtsamt, also die Regierung von Oberbayern. Es ist aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß, ein Unternehmen mit Feuerwerk zu bewerben. An Silvester kann man einen kulturellen und historischen Zusammenhang sehen, mit Abstrichen beim Sommernachtstraum, aber bei gewerblichen Veranstaltungen sehe ich das nicht. Ich glaube, dass die Politik reagieren wird. Die Diskussion ist sicher noch nicht beendet.

Interview: Sascha Karowski

Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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