Georg Anastasiadis ist Chefredakteur des Münchner Merkur.

Kommentar

Friedrich Merz: Der dunkle Lord der CDU

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Die Demontage des Friedrich Merz könnte den Sieg für Annegret Kramp-Karrenbauer im Kampf um den CDU-Vorsitz bedeuten. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Dieses Etikett hat Friedrich Merz in seiner Sammlung noch gefehlt. Er ist jetzt nicht mehr nur der „Millionär aus der Finanzindustrie“ (SPD-Vize Ralf Stegner), der dunkle Lord des „Finanzmonsters Blackrock“ (Norbert Blüm). Sondern seit Donnerstag auch noch auch der Totengräber des Grundrechts auf Asyl. Was kommt als nächstes?

Die Seehoferisierung des Kandidaten Merz ist in vollem Gange. Wer die ausgetretenen Pfade der ritualisierten Debatten verlässt oder, noch schöner, kein lupenreines Berufspolitikerleben mit abgebrochenem geisteswissenschaftlichen Studium vorzuweisen hat, wird vom polit-medialen Betrieb der sozialdemokratisierten Republik kleingehäckselt. Kein Maß kennt dann die (gespielte) Empörung, keine Schamgrenze die Entschlossenheit zur bewussten Überinterpretation und Skandalisierung einer Äußerung. Vier von fünf abgelehnten Asylbewerbern werden in Deutschland geduldet, meldete gestern das Statistische Bundesamt. Weil, der österreichische Kanzler darf das sagen, das Asylrecht ja auch „nie gedacht war als Basis für Massenmigration von Afrika nach Europa“. Natürlich müsste in Deutschland auch über die Ausgestaltung der Asylverfahren geredet werden – was denn sonst?

Dass es Merz sein wird, der diese Debatte fortführt, ist nach dieser Woche trotzdem weniger wahrscheinlich geworden. Es könnte sein, dass die stromlinienförmig gewordene CDU in Annegret Kramp-Karrenbauer die ideale Kandidatin gefunden hat. Von der Kanzlerin und ihrer Politik, die sie bedingungslos mitgetragen hat, robbt sie sich weg – aber nur so weit wie zur Maximierung ihrer Wahlchancen unbedingt nötig. AKK ist nicht die Mini-Merkel. Aber sie steht trotzdem nur für ein Neuanfängchen.

Georg.Anastasiadis@merkur.de

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