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Georg Anastasiadis.

Merkur-Kommentar

Münchner Rück: Chef lehnt sich gegen EU-Schweigekartell auf

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München - So schonungslos hat lange kein deutscher Wirtschaftsführer mehr mit der Bundesregierung abgerechnet, sagt unser Autor Georg Anastasiadis über die Münchner Rück.

Der scheidende Chef der Münchener Rück, Nikolaus von Bomhard, findet es „in höchstem Maß befremdlich“, wie gleichgültig die Politik der Enteignung der Sparer durch die Europäische Zentralbank zusehe. „Verheerende Ausmaße“ hätten die Nebenwirkungen der EZB-Politik inzwischen angenommen, und: Vor allem die Ärmeren zahlten den Preis dafür.

Diese Anklage war überfällig. Aber ausrichten wird von Bomhard am Ende leider nichts. Denn er lehnt sich gegen ein europäisches Schweigekartell auf, das mächtiger ist als der mächtigste Konzernchef: EZB-Chef Mario Draghi kauft den klammen EU-Ländern deren Schulden ab – und im Gegenzug akzeptieren die Regierungen stumm die Ausplünderung der Sparer. Super-Mario hat nicht nur die pleitebedrohten Südländer, sondern auch wohlhabende Staaten wie Deutschland in der Hand. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble flöge nicht nur der Euro, sondern der gesamte Staatshaushalt um die Ohren, wenn die EZB ihre Minuszins-Politik aufgäbe. Sämtliche von der Großen Koalition verteilten Wahlgeschenke und auch die zweistelligen Milliardenbeträge für die Flüchtlingspolitik sind finanziert mit billigem EZB-Geld, das Schäuble nicht hätte, wenn er „normale“ Zinsen auf die Schuldtitel des Staates zahlen müsste. Deutschlands Finanzstabilität „ruht“ auf dem Treibsand der Nullzinspolitik.

Deshalb lässt Merkels Kassenwart auch Bundesbankchef Weidmann im Stich. Dessen einsamer Kampf gegen den Draghi-Wahn und die Vergemeinschaftung der europäischen Schulden ist Berlin nur noch lästig. Von Bomhards Urteil mit Blick auf die Flüchtlingskrise – dass die Regierung ihre Problemlösungskompetenz verspiele – wird so zur Beschreibung eines umfassenden politischen Kontrollverlusts, der in der Bevölkerung zunehmend Ängste auslöst.

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