500 Millionen Euro weniger

Mütterrente lässt Rentenpolster schwinden

Berlin - Seit dem Frühjahr stieg das Milliardenpolster der Rentenkasse auf immer neue Rekordhöhen - bis jetzt. Das Rentenpaket von Schwarz-Rot beginnt sich bei den Finanzen bemerkbar zu machen.

Die Rentenerhöhung zum 1. Juli und die ersten Zahlungen der höheren Mütterrente haben das Finanzpolster der Rentenkasse erstmals seit Monaten leicht abschmelzen lassen. Die Rücklage sank innerhalb eines Monats um rund 500 Millionen auf 33,7 Milliarden Euro Ende August, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund am Freitag in Berlin mitteilte.

Der Rückgang gehe vor allem auf höhere Ausgaben zurück, sagte ein Sprecher. So bekommen die gut 20,5 Millionen Rentner seit 1. Juli etwas mehr Geld (+ 2,53 Prozent im Osten, 1,67 Prozent im Westen). Zudem wirkten sich die Zahlungen zur Mütterrente aus.

Bis Ende August seien bei der Rentenversicherung zudem insgesamt rund 109 000 Anträge auf die neue abschlagsfreie Rente ab 63 gestellt worden. Rund 85 000 Anträge waren es bis Ende Juli 2014.

Experten gehen davon aus, dass der Rentenbeitragssatz zum Jahreswechsel von derzeit 18,9 Prozent um 0,1 Punkte sinken könnte. Wegen der Mehrausgaben gibt es in der Koalition dazu aber große Skepsis.

Insgesamt sollen die verbesserte Mütterrente und die abschlagsfreie Rente ab 63 für langjährig Versicherte noch dieses Jahr mit etwa 4,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen, danach mit 9 bis 11 Milliarden Euro jährlich. Klarheit über die Finanzentwicklung in der Rentenkasse gibt es mit der offiziellen Schätzung im Herbst.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Asylverfahren dauern im Schnitt wieder länger
Nürnberg - Mehr als sieben Monate mussten Flüchtlinge im vergangenen Jahr im Schnitt auf die Entscheidung warten, ob sie bleiben dürfen. Damit sind die Verfahrensdauern …
Asylverfahren dauern im Schnitt wieder länger
Dänische Rechtspopulisten wollen ein Stück Schleswig-Holstein zurück
Flensburg - Südschleswig zurück nach Dänemark: Der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses im dänischen Parlament, Søren Espersen, stellt eine heikle Forderung.
Dänische Rechtspopulisten wollen ein Stück Schleswig-Holstein zurück
Schulz will mehr in Ausbildung und Pflege investieren
Halle/Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will Überschüsse in Bildung investieren. Angela Merkel dämpft unterdessen Hoffnungen auf einen Geldsegen.
Schulz will mehr in Ausbildung und Pflege investieren
"Moderner und sicherer": de Maizière stellt neuen Reisepass vor
Berlin - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat einen neuen Reisepass vorgestellt. Er verspricht sich von dem neuen Ausweisdokument ein hohes Maß an Sicherheit.
"Moderner und sicherer": de Maizière stellt neuen Reisepass vor

Kommentare