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Parteiinterne Kritiker bei den Freien Wählern fordern den Rücktritt von Hubert Aiwanger.

Freie Wähler

Murren über Aiwanger wird lauter

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München - Parteiinterne Kritiker bei den Freien Wählern fordern den Rücktritt von Hubert Aiwanger. Stephan Werhahn spricht von einem "Minenfeld aus unerledigter Rache“.

Endlich mal einer, so hoffte Hubert Aiwanger, der keinen Murks macht. „Ihn kann man ziemlich nach vorn stellen, ohne dass man Angst haben muss, dass Blödsinn passiert“, so stellte er im Juni den weithin unbekannten Adenauer-Enkel Stephan Werhahn vor. So kann man irren: Werhahn, designierter Spitzenkandidat der Freien Wähler, hat kurz vor seiner Nominierung für den Bundestag hingeworfen. Und Aiwanger bringt das persönlich einen Haufen Ärger ein.

Mit Rücktrittsforderungen reagieren seine innerparteilichen Kritiker auf das Debakel. „Hubert muss weg!“, fordert der FW-Landesvorsitzende Bernd Richter aus dem Saarland im Namen seines Vorstands. „Andernfalls sind die Freien Wähler deutschlandweit politisch tot.“ Aiwanger gehe „mit seiner soliden Pensionsberechtigung aus dem Landtag“ als Totengräber in die Geschichte ein.

Bei den sehr heterogenen Freien ist Richter als Aiwanger-Gegner bekannt. Er gelte als „notorischer Streithansl“ und „Querulant“, kontert Aiwanger. Tatsächlich dürfte Richter für die Minderheit der Mitglieder bundesweit sprechen. Immer wieder allerdings macht sich Unmut breit. Teile der Basis lehnen die als aussichtslos geltende Bundestags-Kandidatur ab oder stehen ihr passiv gegenüber.

Auch wird Aiwanger mitunter vorgeworfen, er konzentriere alle Ämter als Bundes-, Landes- und Fraktionschef auf sich. Dafür zeige er zu wenig Führungskompetenz, heißt es selbst in der Landtagsfraktion. „Der Hubert soll sich die Leute mal besser anschauen.“ Vor Werhahn floppten bereits die Personalien Pauli und Henkel, es gab Reibereien mit Mitarbeitern. Eine fraktionsinterne Abrechnung mit Aiwanger ist allerdings nicht in Sicht. Noch dazu standen viele Abgeordnete Werhahn eh distanziert gegen. Er sei „menschlich enttäuscht“, sagt Fraktionsmanager Florian Streibl, Werhahn sei „kein starker Charakter“. Noch vor wenigen Tagen hatte Werhahn in der „FAZ“ seine Hingabe an die Freien beteuert.

Von Werhahn, der jetzt bei der CDU eintritt, kursiert eine Protest-Mail an seine Ex-Parteifreunde. Die Bundespartei sei „offenbar ein Minenfeld unerledigter persönlicher Rache gegen die Parteispitze“, klagt er darin. „Verheizen und verbrennen lassen für vergangene Fehler der Parteispitze soll sich jemand anderes.“ Der 59-Jährige hatte vergeblich für eine engere Zusammenarbeit mit einer Anti-Euro-Partei geworben. Er wirft Aiwanger vor, sich zu sehr auf Landespolitik einzuengen. Der Niederbayer kontert, Werhahn sei dem „Knochenjob“ des Spitzenkandidaten nicht gewachsen.

Ob ein neuer Spitzenkandidat bundesweit gesucht wird oder mehrere regional, ist offen. Bayerns FW reihen ihre Liste am 13. April.

cd

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