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Aus den eigenen Reihen werden ihm die Allüren eines Sonnenkönigs vorgeworfen: CSU-Chaf Horst Seehofer.

„Sonnenkönig-Allüren“

Die CSU murrt über Seehofer

München – Die umstrittene Weihnachtsrede von CSU-Chef Horst Seehofer sorgt für Ärger in der Partei. Landtagsabgeordnete warfen dem Regierungschef am Mittwoch mangelnde Teamfähigkeit vor.

Finanzminister Markus Söder sagte seine Teilnahme an der großen Weihnachtsfeier des Parlaments kurzfristig ab, wo er auf Seehofer getroffen wäre.

Seehofer hatte vor Journalisten gelästert, Söder sei „von Ehrgeiz zerfressen“ und leide an „charakterlichen Schwächen“. Andere Parteifreunde bezeichnete er als „Glühwürmchen“ und warf ihnen vor, gegen ihn zu arbeiten. Seehofer hatte die Journalisten zuvor explizit aufgefordert, über seinen Auftritt zu berichten.

In der CSU-Landtagsfraktion und in der Staatsregierung sorgten Seehofers Zitate für Aufregung. Manche reagierten empört. „Für mich sind das Sonnenkönigs-Allüren“, sagte der Nürnberger Abgeordnete Hermann Imhof über seinen Parteichef. „Wir müssen doch darauf achten, welches Bild wir in der Öffentlichkeit abgeben.“ Seehofer solle sich entschuldigen. Andere Abgeordnete verlangten zunächst sogar eine Sondersitzung der Fraktion. Zu beidem kam es bisher nicht. „Das war nicht die ideale Vorgehensweise“, kritisierte auch die frühere Vize-Ministerpräsidentin Christa Stewens. Der Zusammenhalt in der CSU sei sehr wichtig. Der frühere Minister Eberhard Sinner sprach von „Mobbing“. Fraktionschef Georg Schmid informierte Seehofer per Telefon über den Unmut. Auch in der Berliner Landesgruppe äußerten Abgeordnete ihre Wut.

Die FDP zumindest reagiert gelassen. Ihr hatte Seehofer vorgehalten, sie blase mit dem Praxisgebühr-Aus „zwei Milliarden Euro zum Kamin raus“. Man lasse das so stehen, sagte ein Sprecher der Bundespartei.

In den parallel laufenden Landtags-Etatdebatten kam es unterdessen in gereizter Stimmung zu mehreren Eklats. Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber warf Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger vor, „rechtsradikale Reden“ zu halten. Huber wurde dafür gerügt.

cd/dpa  

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