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Tim Renner tritt die Nachfolge von André Schmitz an.

Nominierung in Berlin

Musikproduzent Renner jetzt Staatssekretär

Berlin - Nach dem Juristen und früheren Opernintendanten Schmitz übernimmt der Musikproduzent Renner den Posten des Staatssekretärs unter Regierungschef und Kultursenator Wowereit.

Mit Tim Renner wird einer der profiliertesten Musikmanager und -produzenten neuer Kulturstaatssekretär in Berlin. „Tim Renner steht für diese Stadt und für deren Kreativszene“, sagte der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung Renners. Mit dem Umzug des Musikkonzerns Universal Music 2002 von Hamburg nach Berlin habe Renner als Deutschland-Chef dem Kreativstandort Berlin einen wichtigen Impuls gegeben. „Er ist ein bisschen unkonventionell. Das passt zu Berlin.“

Wowereit will Renner am kommenden Dienstag vom Senat berufen lassen. Der 49-Jährige soll am 28. April auf André Schmitz folgen, der wegen einer Steueraffäre zurückgetreten und in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden war. Er brauche die nächsten beiden Monate dazu, um sich nach dieser überraschenden Entscheidung seiner Firma - dem Musiklabel Motor Entertainment GmbH - und seinen Künstlern zu widmen und alles zu ordnen, sagte Renner zur Begründung.

Renner sei ein guter Netzwerker und kenne sich über die Musik hinaus in der Kultur aus, betonte Wowereit Er habe als einer der ersten deutlich gemacht, wie wichtig es sei, Kultur und Kreativität zu unterstützen und welches wirtschaftliche Potenzial darin stecke.

Renner bekundete „wahnsinnig großen Respekt vor dem Amt“. Ihn reize die Verantwortung, in einem von Schmitz gut bestellten Haus weiter zu gestalten. Er habe in den vergangenen zwölf Jahren eine „unglaubliche Entwicklung in Berlin erlebt, die maßgeblich durch Kreative und Kulturschaffende bestimmt“ worden sei. „Sie sind der Rohstoff. Sie sind der Grund, warum die Touristen kommen. ...Sie sind das Zentrum und der Treibstoff der Stadt. Ich konnte deshalb nicht Nein sagen.“

Auf seine Erfahrungen in der Hochkultur angesprochen, betonte der Musikmanager: „Ich trenne nicht zwischen E/rnst) und U(nterhaltung. Für mich ist Kultur alles zwischen Barenboim und Berghain oder zwischen Radialsystem und Rammstein.“ Er müsse jetzt vor allem seine Behörde kennenlernen, denn in der Verwaltung kenne er sich nicht aus.

Wowereit, der seit 2006 das Kulturressort verantwortet, war wegen der Affäre Schmitz stark unter Druck geraten. Der Regierungschef wusste seit 2012 von dem Steuerbetrug. Schmitz hatte zugegeben, mehrere Jahre lang die Erträge eines Guthabens in Höhe von 425 000 Euro in der Schweiz nicht versteuert zu haben.

Renner gilt als einer der führenden Experten im Musikgeschäft. Er ist derzeit Geschäftsführer des Musiklabels Motor Entertainment GmbH und war früher Geschäftsführer der Firma Universal Music Deutschland. Seit 2009 arbeitet er auch als Professor an der Popakademie Baden-Württemberg.

Der Koalitionspartner CDU, aber auch die Grünen reagierten positiv auf die Personalie. „Mit seiner Vita könnte Renner für neue Schwerpunkte in der Kulturpolitik stehen“, erklärte CDU-Chef Frank Henkel. Er sei eine „interessante Wahl für den Posten“. Auch die Grünen-Kulturexpertin Sabine Bangert bezeichnete die Berufung Renners als „interessantes Experiment: Medienindustrie trifft Verwaltung“.

Der Kulturexperte der Linken, Wolfgang Brauer, wies vor allem auf die vielen Probleme hin, die Renner lösen müsse: „Die immer desaströser verlaufende Staatsopern-Sanierung, das auf Grund gesetzte Projekt der Zentral- und Landesbibliothek, das gebrochene Finanzierungsversprechen der Freien Szene.“

dpa

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