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Muslime gegen Gewalt

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- Berlin/Köln - Die muslimischen Spitzenverbände in Deutschland, die Bundesregierung und weitere Politiker setzen angesichts der jüngsten Welle islamistischer Gewalt auf Dialog und Mäßigung. 16 Verbände der türkischstämmigen und muslimischen Gesellschaft verurteilten die Gewalt einzelner Muslime anlässlich der dänischen Mohammed-Karikaturen bei einem Treffen in Köln scharf.

Das Bundeskabinett verständigte sich nach Angaben von VizeRegierungssprecher Thomas Steg darauf, die Kontakte in die arabische Welt weiter mit dem Ziel der Deeskalation zu nutzen. Maßnahmen Deutschlands "gleich welcher Art" seien nicht angemessen, sagte Steg auf die Frage nach möglichen Wirtschaftssanktionen.

Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will den Dialog mit den Muslimen nach Angaben seines Sprechers ausbauen. GrünenFraktionsgeschäftsführer Volker Beck forderte als zentral für den weiteren Dialog die Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft in Deutschland - ungeachtet möglicher organisatorischer Schwierigkeiten.

Für eine am Freitag geplante aktuelle Stunde im Bundestag zum Thema sagten auf Einladung der Grünen führende Vertreter deutscher islamischer Verbände ihr Kommen zu: der Präsident des Islamrats, Ali Kizilkaya, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayyub Axel Köhler sowie Bekir Alboga, der Dialogbeauftragten der TürkischIslamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib).

Heftige Kritik wurde in Deutschland am in Iran geplanten "Internationalen Karikaturen-Wettbewerb zum Holocaust" laut. Die Spitzenverbände kritisierten einen Karikaturen-Wettstreit bei ihrem Kölner Treffen als "makaber". Grünen-Chefin Claudia Roth sagte der dpa: "Wer auf die geschmacklosen und gezielt provokanten MohammedKarikaturen mit Karikaturen zum Holocaust antworten will, dem geht es nicht um Pressefreiheit, sondern um Stimmungsmache, die mörderische Dimensionen annimmt." Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne) zeigte sich in der jüngsten Fraktionssitzung Teilnehmern zufolge äußerst besorgt über die Eskalation des Karikaturen-Streits.

Der CSU-Entwicklungspolitiker Christian Ruck, wertete die jüngsten Auseinandersetzungen nicht als "Kampf der Kulturen". Die gewalttätigen Proteste in einigen islamischen Ländern seien das Werk islamistischer Fundamentalisten. Die Islam-Beauftragte der SPDFraktion, Lale Akgün, sagte dem Sender n-tv, bestimmte islamistische Führer "denken, es ist eine gute Gelegenheit, dem dekadenten Westen noch mal eins überzuwischen".

Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) will scharfe Einreise-Kontrollen für muslimische Fans bei der FußballWeltmeisterschaft. Beckstein warnte in der "Bild"-Zeitung vor einer "erhöhten Gefährdungslage" in Deutschland. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, sagte dazu, Anträge auf Visa aus Staaten mit sicherheitsrelevantem Hintergrund würden auch für WMBesuche von den Behörden genau geprüft. Grünen-Chefin Roth warnte mit Blick auf die Union vor stigmatisierenden Muslimtests, Ausreiseandrohungen und dem "Schüren eines Generalverdachts" gegen Muslime.

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