In mehreren deutschen Städten

Muslime in Rocker-Kluft gründen Bürgerwehr - Staatsschutz alarmiert

Muslime in Rocker-Outfits haben unter dem Namen „Germany Muslims“ in mehreren deutschen Städten offenbar eine Art Bürgerwehr gegründet. Die Gemeinschaft ist im Visier des Verfassungsschutzes.

Über die neue Gemeinschaft mit dem Namen „Germany Muslims“ berichtet die Rheinische Post. Entsprechende Facebook-Gruppen gibt es für den Raum Mönchengladbach, Münster und Stuttgart. Insgesamt haben sie rund 930 Fans auf der Internet-Plattform.

Im Netz präsentieren sich die „Germanys Muslims“ wie eine Rockerbande: Die schwarze Kluft mit Logos und Abzeichen ähnelt dem Outfit der Hells Angels. Und wie bei den Hells Angels gibt es auch bei den „Germany Muslims“ einen „President“ und einen „Sergeant“, berichtet die Rheinische Post

„Brüder und Schwestern schützen“

Doch mit Motorrädern scheinen die „Germanys Muslims“ nichts am Hut zu haben. Stattdessen beschreibt sich die Gruppe selbst als eine Art Bürgerwehr von Muslimen für Muslime: „Unsere Organisation ist nur zu einem einzigen Zweck gegründet worden und zwar, um unsere Brüder und Schwestern vor dem immer größer wachsenden Islamhass zu schützen und zu unterstützen“, schrieb die Stuttgarter Gruppe am 3. Juli auf Facebook. 

Gewalt und Extremismus erteilt die Gemeinschaft eine Absage: „Wir stehen für ein friedliches Zusammenleben zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland“, heißt es. An alle Nicht-Muslime gerichtet folgt die Klarstellung: „Wir sympathisieren nicht mit dem IS und sind gegen Zwang im Glauben sowie in der Ehe!“ Auch das Logo wird erklärt: „Der erhobene Zeigefinger, den wir auch als Logo benutzen, ist kein Zeichen des so genannten islamischen Staates (ISIS), sondern bedeutet in unserem Glauben die Bezeugung, dass es nur einen Gott gibt!“ 

Der „Seargant“ gilt offenbar als Gefährder

Dennoch: Unter den Mitgliedern der „Germanys Muslims“ scheint es auch schwarze Schafe zu geben. Der „Seargant“ der Mönchengladbacher Gruppe gelte als Gefährder, berichtet die Rheinische Post. Als die Tour de France Mönchengladbach passierte, sei er aus Sicherheitsgründen von der Polizei festgesetzt worden. Dies sei zumindest auf der Facebookseite eines Islamisten nachzulesen. Der Gründer der Mönchengladbacher Gemeinschaft gelte dagegen nicht als Islamist. Offenbar handelt es sich bei ihm um einen 32-Jährigen, der in Mönchengladbach geboren ist und zum Islam konvertierte.

Muslime wollen auch mit anderen Mitteln Hass entgegenwirken: Merkur.de*berichtet über eine bundesweite Kampagne, mit der Vorurteile und Ängste abgebaut werden sollen. Der SPD-Politiker Raed Saleh mit palästinensischen Wurzeln hat dagegen die Muslime in Deutschland ermahnt: Sie sollen sich stärker mit Deutschland identifizieren. In den USA fühlen sich Muslime unter Präsident Trump immer unwohler, wie eine neue Studie zeigt, denn Diskriminierung und Übergriffe nehmen zu.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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