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Die muslimischen Verbände in Deutschland haben das Attentat auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" scharf verurteilt.

Gauck: „Wir sind Charlie!“

Muslimische Verbände planen Mahnwache

Berlin - Nach dem Anschlag in Paris wollen in Deutschland lebende Muslime für ein friedliches Zusammenleben auf die Straße gehen. Auch Bundespräsident Gauck äußerte sich.

Am Montag sei am Brandenburger Tor eine Mahnwache geplant, teilten Vertreter mehrerer muslimischer Verbände am Freitag vor Journalisten in Köln mit. Zugleich veröffentlichten rund ein Dutzend Organisationen von Muslimen und Migranten eine Erklärung, in der sie das Attentat von Paris mit zwölf Toten scharf verurteilen und zugleich vor gesellschaftlicher Spaltung warnen.

"Der terroristische Akt in Paris hat uns alle schockiert und insbesondere als Muslime zutiefst getroffen", heißt es in der Erklärung, die unter anderem von der türkisch-islamischen Union Ditib, dem Islamrat und dem Zentralrat der Muslime unterzeichnet wurde. "Dass Menschen sterben mussten, dass Menschen und eine gesamte Nation verwundet wurden, kann nicht mit dem Islam oder Religiosität begründet werden."

Weiter heißt es: "Wir verurteilen die Tat nicht nur auf das Schärfste, sondern wollen gleichzeitig dazu aufrufen, sich nicht einschüchtern oder auseinander dividieren zu lassen." So tief Trauer und Wut nach dem Anschlag von Paris auch seien, "lassen Sie uns alle gemeinsam dafür Sorge tragen, dass Menschen jeden Glaubens, egal ob muslimischen, christlichen, jüdischen oder jeden anderen Glaubens, nach solch bestialischem Terror nicht unter Generalverdacht stehen."

Gauck: „Wir sind Charlie!“

Bundespräsident Joachim Gauck hat nach dem Terroranschlag von Paris zu einem entschlossenen Vorgehen gegen extremistische Tendenzen aller Art gemahnt. „Unsere Gemeinschaft ist groß. Wir lassen sie durch Extremisten - gleich welcher Richtung - nicht klein und nicht schwach machen“, sagte Gauck vor seinem traditionellen Neujahrsempfang am Freitag in Berlin. „Wir haben Institutionen und Gesetze, um Fanatismus und Gewalt zu begegnen.“

Der Bundespräsident nannte den Terror-Anschlag einen „Angriff auf die Freiheit - die Freiheit der Franzosen, der Europäer, die Freiheit der offenen Gesellschaft“. Die Demokratie sei jedoch stärker als der Terror. „Wir lassen uns durch Hass nicht spalten“, sagte Gauck. „Für uns zählt, was die Verschiedenen miteinander verbindet: das Bekenntnis zu Verfassung, Rechtsstaat und Menschlichkeit. Das ist das Fundament einer Gesellschaft, in der wir alle friedlich miteinander leben können.“

Gauck schloss sich den Solidaritäts-Bekenntnissen mit der Satiremagazin „Charlie Hebdo“ an, dessen Redaktionsräume in Paris am Mittwoch Ziel des mutmaßlich islamistischen Terroranschlags mit zwölf Toten waren. Er beendet seine Ansprache mit den Worten: „Wir sind Charlie!“

afp/dpa

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