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Verband verärgert über Kriterien

Musterung schreckt Reservisten ab

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München – Eine strenge Musterung schreckt offenbar zahlreiche Reservisten davon ab, sich in eine der neuen bayerischen Einheiten zu bewerben.

„Wenn wir das so strikt durchziehen, verlieren wir Unterstützer für die Bundeswehr“, warnt der Landesvorsitzende des Reservistenverbands, Friedwart Lender.

Vor allem CSU-Politiker hatten bei der jüngsten Bundeswehrreform den Aufbau von Reservisteneinheiten erstritten. Wenn eine Berufsarmee schrumpft und vor allem für Auslandseinsätze trainiert – wer hilft dann im Inland im Katastrophenschutz? So war die Sorge unter anderem von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Das sollten engagierte Reservisten übernehmen. Nebenbei können sie die Bundeswehr stärker als eine Söldnertruppe in der Gesellschaft verankern.

Im Oktober gehen nun bayernweit neue Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte an den Start. Diese RSU-Kompanien haben beispielsweise für Schwaben und Oberbayern je 100 Posten. Die Reservisten treffen sich zur ersten Ausbildungswoche in der Lechfeldkaserne nahe Augsburg.

Die Bewerberzahl bleibt aber laut Lender hinter den Erwartungen zurück. Aktive, die sich bisher locker in der freiwilligen Reservistenarbeit engagieren, scheuen die strenge Untersuchung – werden sie ausgemustert, würden sie komplett aus der Bundeswehr-Struktur fallen. Gemustert werde „wie bei einem 18-Jährigen, der neu zur Bundeswehr kommt“ und fit sein müsse für Afghanistan, klagt Lender. Gerade ältere Reservisten, die das Rückgrat der neuen Kompanien bilden könnten, schreckt das ab.

In Oberbayern stehen nach Angaben des Reservisten-Verbands für die 100 Posten nur gut 120 Interessenten bereit – da ist die Auswahl gering. Lender fordert, die Kriterien zu lockern. Die Bundeswehr sei ohne Wehrpflicht auf Unterstützer und Werbung angewiesen. „Leute, die positiv eingestellt sind, werden so verprellt.“

Christian Deutschländer

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