+
Trauerkundgebung für die ermordete Abgeordnete Jo Cox auf dem Trafalgar Square in London.

Nach Attentat auf britische Pro-Europa-Abgeordnete

Mutmaßlicher Mörder von Jo Cox im November vor Gericht

London - Der mutmaßliche Mörder der britischen Pro-Europa-Abgeordneten Jo Cox wird im November wegen Mordes vor Gericht gestellt.

Der Prozess werde voraussichtlich am 14. November beginnen, gab das Strafgericht Old Bailey nach einer Anhörung am Donnerstag bekannt. Der Angeklagte Thomas M. war per Video aus dem Gefängnis zugeschaltet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur PA verfolgte er das Verfahren mit gesenktem Kopf und machte Notizen.

Die Polizei geht nach eigenen Angaben Hinweisen nach, dass der 52-Jährige früher Kontakte zu einer US-Nazigruppe sowie zu einer Rassistenorganisation in Südafrika hatte. Bei einer ersten gerichtlichen Befragung sagte er auf die Frage, wie er heiße: „Tod den Verrätern, Freiheit für Großbritannien“. Die Polizei prüft auch Hinweise, wonach der Angeklagte psychische Probleme habe und früher bereits entsprechende Hilfe in Anspruch genommen habe.

Der Tod der 41 Jahre alten Abgeordneten vor einer Woche hatte das Land schockiert und den Wahlkampf für das EU-Referendum zeitweise ruhen lassen. Umfragen sehen seitdem das Pro-EU-Lager wieder etwas im Aufwind, nachdem das Brexit-Lager kurz zuvor in Führung gelegen hatte. Letzte Umfragen sahen den Ausgang des historischen Votums am Donnerstag aber als völlig offen.

dpa

Große Trauer in England nach tödlichem Attentat auf Jo Cox

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Lifeline“ Rettungsschiff mit Flüchtlingen: Italien verweigert weiterhin Hafeneinfahrt
Seit Tagen harrt ein von Mission Lifeline betriebenes Rettungsschiff vor der Küste Maltas aus. Der italienische Innenminister verweigert das Anlegen im Hafen.
„Lifeline“ Rettungsschiff mit Flüchtlingen: Italien verweigert weiterhin Hafeneinfahrt
Koalitionsausschuss geplant: Nicht nur Asylpolitik Thema
Am Dienstagabend ist ein Treffen der Spitzen der großen Koalition geplant. Andreas Nahles (SPD) wolle auch grundsätzliche Fragen zur Zusammenarbeit innerhalb der …
Koalitionsausschuss geplant: Nicht nur Asylpolitik Thema
Arrest nach Schlägen gegen Kippa-Träger in Berlin
Die Schläge mit einem Hosengürtel auf einen jungen Israeli in Berlin lösen Empörung und Solidarität aus. Der Student ist mit einem Freund unterwegs, beide tragen Kippa. …
Arrest nach Schlägen gegen Kippa-Träger in Berlin
„Seehofer abschieben“: 300 Menschen demonstrieren in Berlin
Unter dem Motto „Seehofer abschieben“ haben am Montag 300 Menschen in Berlin demonstriert.  Die Teilnehmer versammelten sich vor der Bayerischen Landesvertretung.
„Seehofer abschieben“: 300 Menschen demonstrieren in Berlin

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.