+
Ein Zeuge (l) wird von seinem Rechtsbeistand durch einen Gerichtsgang in München begleitet.

NSU-Prozess

Zeuge: "Kenne Böhnhardt aus der Schulzeit"

München - Die Vernehmung eines mutmaßlichen Waffenbeschaffers des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) vor dem Oberlandesgericht München ist am Montag nur stockend vorangekommen.

Der Zeuge beantwortete Fragen des Vorsitzenden Richters meist nur ausweichend. Der Mann hat nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft die Mordwaffe vom Typ Ceska von einem Schweizer in Empfang genommen, nach Deutschland gebracht und dort an einen weiteren Zwischenhändler weitergereicht.

An Einzelheiten konnte sich der Zeuge nach eigenen Angaben nicht erinnern. Den Schweizer kenne er zwar und besuche ihn ein- bis zweimal jährlich. Er könne sich aber nicht erklären, warum er als Waffenbeschaffer verdächtigt werde. „Ich kann mich gar nicht daran erinnern, mich mit ihm über Waffen unterhalten zu haben“, sagte er. Er habe sich gewundert, als die Polizei nach dem Auffliegen des NSU-Trios seine Wohnung durchsuchte. Er habe dann erfahren, dass der Schweizer vorübergehend festgenommen worden sei und dass es dabei „um dieselbe Sache ging“, nämlich die „Dönermorde“.

Den mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt habe er aus seiner Schulzeit gekannt. Er habe mit ihm aber nicht länger als vielleicht ein halbes Jahr zu tun gehabt, sagte der Zeuge. Laut Prozessakten sollen er und Böhnhardt Anfang der neunziger Jahre derselben Jugendbande in Jena angehört haben.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Bis zum Wahltag will der SPD-Kanzlerkandidat Schulz unverzagt kämpfen, das hatte er angekündigt. Eine Umfrage dürfte ihm wenig Freude bereiten.
ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
Hinter dem U-Bahn-Anschlag in London könnte ein ganzes Netzwerk stecken. Die Polizei nahm einen weiteren Verdächtigen fest.
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
Bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel klare Worte gefunden und die Politik des US-Präsidenten Donald Trump …
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen
Deutlich mehr Pflege - das bringt die jüngste Reform. Die Erwartungen scheinen sogar übertroffen zu werden.
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

Kommentare