+
Das verhaftete mutmaßliche Mitglied der Terrormiliz IS soll einem Haftrichter in Karlsruhe vorgeführt werden.

Nach US-Terrorwarnung

Mutmaßliches IS-Mitglied in Dinslaken verhaftet

Dinslaken - Ein Polizei-Spezialeinsatzkommando in Nordrhein-Westfalen hat am Samstag einen Mann festgenommen. Es besteht Verdacht auf Mitgliedschaft bei der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Ein mutmaßlicher IS-Terrorist ist in Dinslaken nördlich des Ruhrgebiets festgenommen worden. Der Deutsche Nils D. wurde von einem Spezialeinsatzkommando der nordrhein-westfälischen Polizei überwältigt. Zudem wurde seine Wohnung in Dinslaken nördlich von Duisburg durchsucht.

Der 24-Jährige soll im Oktober 2013 nach Syrien gereist sein und sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben, teilte der Generalbundesanwalt mit. Im vergangenen November sei er nach Deutschland zurückgekehrt.

Der Beschuldigte sei "dringend verdächtig, sich der ausländischen terroristischen Vereinigung 'Islamischer Staat Irak und Großsyrien' angeschlossen zu haben", erklärte der Generalbundesanwalt. Hinweise auf mögliche konkrete Anschlagspläne oder -vorbereitungen des Beschuldigten gebe es jedoch nicht. Gegen den Mann wurde Untersuchungshaft angeordnet.

US-Geheimdienste sollen Hinweis gegeben haben

Die Festnahme sei "aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs" erfolgt. Nach Informationen der Zeitung "Bild am Sonntag" aus Berlin erfolgte sie nach einem Hinweis der US-Geheimdienste auf mögliche Anschläge in Deutschland.

Ein Zusammenhang mit den jüngsten terroristischen Anschlägen in Frankreich bestehe nicht, hieß es in der Erklärung aus Karlsruhe weiter. Im Gegensatz dazu prüfen Ermittler, ob das Motiv für einen Brandanschlag auf das Gebäude der "Hamburger Morgenpost", den Unbekannte Sonntagnacht verübten, darin zu suchen ist, dass die Zeitung Mohammed-Karikaturen des Satiremagazins "Charlie Hebdo" nachgedruckt hatte.

Dinslaken-Lohberg, eine ehemalige Bergarbeitersiedlung, gilt als Hochburg der radikalen Islamisten-Szene in Nordrhein-Westfalen.

Innenminister: "Nehmen Islam-Terrorr sehr ernst"

„Die Festnahme eines Syrien-Rückkehrers in Nordrhein-Westfalen beweist, dass die Sicherheitsbehörden wachsam sind und entschlossen handeln. Wir nehmen die Gefahr des islamistischen Terrors in Deutschland sehr ernst“, teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) mit. „Wir haben gefährliche Rückkehrer verstärkt im Blick.“

Der Beschuldigte werde am Sonntag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, wurde weiter mitgeteilt. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf habe bereits zu Beginn des Jahres ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" gegen den Beschuldigten eingeleitet. Weitere Auskünfte wollte die Generalbundesanwaltschaft wegen der laufenden Ermittlungen nicht geben.

afp/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

CSU sucht Strategie im Kampf gegen die AfD - Kirchpolitik als Hoffnungsschimmer
Ignorieren? Rempeln? Rechts überholen? Die CSU überarbeitet die Rezepte im Kampf gegen die AfD. Nach mehreren Strategiewechseln macht sich in der Partei eine gewisse …
CSU sucht Strategie im Kampf gegen die AfD - Kirchpolitik als Hoffnungsschimmer
Neue Jobs für Arbeitslose geplant
Hunderttausende Menschen in Deutschland sind trotz brummender Konjunktur dauerhaft arbeitslos. Nun will die Regierung mit staatlich bezahlten Jobs Abhilfe schaffen. …
Neue Jobs für Arbeitslose geplant
Trump nach Gipfel mit Putin: "Ich bin nicht pro-russisch"
Von wegen basta. Die Nachwehen vom denkwürdigen Auftritt von US-Präsident Trump auf dem Helsinki-Gipfel mit Kremlchef Putin halten an. Erst muss Trump öffentlich …
Trump nach Gipfel mit Putin: "Ich bin nicht pro-russisch"
Ungarns Regierungschef Viktor Orban besucht Israel
Tel Aviv (dpa) - Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban besucht von Mittwoch bis Freitag Israel. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums ist es Orbans erste …
Ungarns Regierungschef Viktor Orban besucht Israel

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.