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Sie lassen sich ihr Zeltlager auf Utøya nicht nehmen: Junge norwegische Sozialdemokraten beim Selfie mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der zur Zeit des Breivik-Attentats Ministerpräsident war.

Vier Jahre danach: Gemischte Gefühle

Erstes Sommerlager auf Utøya nach Breivik-Anschlag

Utøya - Erstmals seit dem Massaker von 2011 hat auf der Insel Utøya wieder ein Sommerlager der Jugendorganisation der norwegischen Arbeiterpartei (AUF) begonnen.

Die Stimmung an dem Ort, den der rechtsextremistische Attentäter Breivik vor vier Jahren in die Hölle auf Erden verwandelte, war am Freitag entspannt. Viele junge Aktivisten diskutierten, spielten Fußball oder Volleyball. Bunte Zelte standen auf den Wiesen, an einem Strauch wehte eine palästinensische Flagge. Gesichert wurde das Lager auf der Insel von zwei Polizeibooten und bewaffneten Beamten.

Rund tausend Menschen nahmen an dem Treffen der Arbeiterjugend teil, darunter auch der damalige norwegische Ministerpräsident und heutige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Der Sozialdemokrat kennt die Sommercamps, die es seit den 70er Jahren gibt, aus seiner eigenen politischen Vergangenheit. "Es ist schön, in Utöya aufzuwachen und von so vielen engagierten jungen Menschen umgeben zu sein", schrieb Stoltenberg im Internetdienst Twitter. "Es ist ein großer Kontrast zwischen den Jugendlichen, die so viel Freude und Lebenskraft ausdrücken und dem Utøya, das mit dem 22. Juli verbunden ist, mit Trauer, Verlust und Tod", sagte er dem norwegischen Rundfunk. 

Die ehemalige norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland sagte in ihrer Ansprache, sie erinnere sich sehr gut an den "schrecklichen Tag" vor vier Jahren. Sie war das Ziel von Breivik gewesen, hatte die Insel aber vor seiner Ankunft verlassen. Für sie habe das keine Rolle gespielt, sagte Brundtlands der Deutschen Prresse-Agentur. An dem Tag sei es nur um die jungen Opfer gegangen.

"Es ist gut, wieder zu Hause zu sein", sagte AUF-Chef Mani Hussaini am Freitag in seiner Willkommensansprache. "Der 22. Juli wird immer ein Teil der Geschichte der Insel sein, aber der wichtigste Teil der Geschichte ist noch nicht erzählt. Denn der liegt in der Zukunft." Vor vier Jahren hatte der Terrorist Anders Behring Breivik hier 69 überwiegend junge Menschen getötet.

Viele Teilnehmer wollten sich von den düsteren Ereignissen der Vergangenheit und den Regenwolken über der Insel nicht die Stimmung verderben lassen. "Ich bin hier, um ein schönes Sommerlager zu erleben und Spaß zu haben", sagte die 21-jährige Iris Sandholt aus Troms. Natürlich sei es speziell, auf Utøya zu sein, aber am Abend im Zelt habe man nicht über die Anschläge gesprochen. 

Der 22-jährige Aktivist und Überlebende Ole Martin Juul Slyngstadli gehörte nicht zu denen, die das Lager lieber meiden wollten. "Für mich ist es wichtig, die Insel zurückzuerobern", sagte er AFP. Natürlich sei Utöya mit vielen Emotionen verbunden. "Aber ich konzentriere mich auf die positiven Gefühle."

Viele Überlebende der Tragödie und auch einige Angehörige der Opfer fanden es indes befremdlich, dass das Treffen wieder an dem Ort stattfinden sollte, wo damals so viele Menschen starben. Ein Mahnmal auf der Insel, das an die Toten erinnert, trägt auch nur 60 der 69 Namen - einige Familien ertrugen es nicht, den Namen ihrer Liebsten dort zu lesen.

Das Sommerlager dauert bis Sonntag. 

Norweger gedenken der Opfer der Breivik-Anschläge

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dpa/Afp

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