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Machen sich Hoffnungen auf die Regierungsbeteiligung: Katharina Schulze von den Grünen und Hubert Aiwanger von den Freien Wählern.

„Machen im Moment nicht so viel falsch“

Nach Bayerntrend: So positionieren sich die Oppositionsparteien

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Der Bayerntrend wenige Wochen vor der Landtagswahl offenbart: Die CSU muss sich wohl auf einen Regierungspartner einstellen. Die möglichen Kandidaten frohlocken bereits.

München - Am Dienstagabend hat Ludwig Hartmann ein bisschen private Datenanalyse betrieben. Der Grünen-Fraktionschef nahm sich alle Bayerntrend-Umfragen seit 2013 vor. Nur ein Mal gab es seit der letzten Landtagswahl einen Dämpfer, ansonsten ging es stets nach oben. Inzwischen steht man bei 16 Prozent - ein absoluter Rekordwert. Hartmann weiß natürlich, was man als Politiker in so einem Moment sagen muss („Momentaufnahme“), ganz unterdrücken kann er seine Freude aber nicht: „Offensichtlich machen wir im Moment nicht alles falsch.“

Die Ohrfeige für die CSU setzt ein kurioses Rennen unter den Oppositionsparteien in Gang. „Die absolute Mehrheit ist Geschichte“, sagt FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen. „Deshalb wird jetzt viel stärker in den Fokus rücken, für welche Koalitionen es eine Mehrheit geben könnte.“ Dass die CSU den Ministerpräsidenten stellen dürfte, ist weiter äußerst wahrscheinlich. Doch die Frage nach möglichen Koalitionspartnern beschert den Kleinen plötzlich Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit kann die FDP gut gebrauchen: Als einzige Oppositionspartei verliert sie einen Prozentpunkt.

Führt die FDP in den Wahlkampf: Martin Hagen sieht seine Partei in den Fokus rücken.

Grünen-Spitzenkandidaten wird auch in Berlin wahrgenommen

Fast alle anderen profitieren davon: Als erstes wären die Grünen zu nennen, deren Spitzenkandidatin Katharina Schulze plötzlich auch von der Berliner Hauptstadtpresse entdeckt wird: als junges Gesicht, das so gar nicht ins übliche Bayern-Klischee passen will. Im Freistaat kämpfen Schulze und Hartmann aber weiter mit einem überschaubaren Bekanntheitsgrad, für die Partei geht es trotzdem nach oben.

„Die Menschen wünschen sich Verlässlichkeit und jemanden, der mutig in die Zukunft schaut“, hat Hartmann bei seinen Veranstaltungen gemerkt. Die 16 Prozent sieht er deshalb nicht als Ende der Fahnenstange. „Natürlich muss man so eine Umfrage erst einmal in ein Wahlergebnis umsetzen, aber wir werden uns nicht darauf ausruhen.“ 2013 landeten die Grünen bei 8,6 Prozent - damals ging es kurz vor der Wahl wegen der Diskussionen um Veggie-Day und Verbotspartei kurz vor dem Urnengang steil nach unten.

Lesen Sie auch: Landtagswahl 2018 in Bayern: Das sind die Spitzenkandidaten der großen Parteien

Aiwanger hofft auf bürgernahe Regierung

Zweiter Gewinner der vergangenen Wochen sind die Freien Wähler, die nun auf neun Prozent kommen. „Die Umfragen lassen hoffen, dass Bayern ab Herbst bürgernäher regiert werden kann“, sagt Spitzenkandidat Hubert Aiwanger, der sich der CSU bereits offensiv als Koalitionspartner andient. Laut Bayerntrend wäre dies auch die Koalition, die die Bürger am ehesten bevorzugen (43 Prozent), allerdings nur knapp vor der eher unwahrscheinlichen Variante Schwarz-Grün (42). Aiwanger will seinen Kümmererkurs für „die Probleme der normalen Leute“ fortsetzen: Beim Straßenausbau oder dem neunjährigen Gymnasium hatte das durchaus Erfolg.

Eine Atempause gibt es für die SPD, die die unveränderte AfD wieder überholt hat. 13 Prozent sind aber weiter schlecht. Natascha Kohnen macht dafür auch bundespolitische Gründe verantwortlich: „Insgesamt hat die Regierung natürlich schwierige Wochen hinter sich - das macht sich bemerkbar.“ Kohnen will mit der SPD noch immer zweitstärkste Kraft werden, alles sei offen. Ihren abgewogenen, nicht gerade schlagzeilenträchtigen Kurs behält sie bei. „Ich bleibe dabei: Es geht um einen neuen politischen Stil. Dafür bin ich anfangs belächelt worden. Die letzten Wochen haben mich bestätigt.“

Mike Schier

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