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Merkur-Redakteur Martin Prem

Kommentar

Nach dem Diesel-Gipfel: Die Zeugnisverteilung

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Nah dem Diesel-Gipfel präsentieren sich Spitzenpolitiker wie ein Lehrerkollegium auf einem Elternabend. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Martin Prem.

Der Diesel-Gipfel ist vorbei. Vielleicht sollte man die anschließende Pressekonferenz als Zeitdokument archivieren, mit dem man künftigen Generationen manches erklären kann, worüber diese ungläubig den Kopf schütteln werden. Da präsentierten sich fünf deutsche Spitzenpolitiker der Öffentlichkeit wie ein Lehrerkollegium an einem Elternabend, das Zensuren für die Autoindustrie vergibt.

Die Lehrer erteilten Lob für die sich bessernden und reuigen Schüler. Sie forderten aber noch mehr Demut ein. Dann kamen sie auch auf die weniger Gehorsamen unter den Kindern zu sprechen. Auf die mit Migrationshintergrund, die so gar keine unterwürfige Reue zeigen.

Warum sollten sie? Jahrelang haben Autokonzerne aus Frankreich, Italien, Schweden und England vergeblich versucht, den weltweiten Vormarsch von Volkswagen, Mercedes, BMW und Audi aufzuhalten. Nun müssen sie sich nur noch zurücklehnen und zuschauen, wie die Deutschen auch diesen Job gewissenhaft selbst erledigen. Deren Sorgen teilen sie nicht. Selbst ernst zu nehmende Manipulationsvorwürfe gegen Fiat oder Renault sind in Italiens und Frankreichs Öffentlichkeit bestenfalls Randnotizen. Was Erbaulicheres als die innerdeutsche Selbstzerfleischung hätte ihnen gar nicht passieren können.

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