+
Bei einer AfD-Kundgebung am Mittwoch in Lingen warfen Demonstranten Farbbeutel und ein Ei. Am Mikrofon: Partei-Vize Alexander Gauland.

Wahlkampf in Niedersachsen

Nach Ei-Attacke: AfD fühlt sich bedroht und will Wahlen anfechten

Berlin/Lingen - Stände werden angegriffen, Auftritte gestört: Die AfD klagt über massive Behinderung ihres Wahlkampfs in Niedersachsen und will deshalb die Wahlen anfechten.

Die niedersächsische AfD sieht sich im Kommunalwahlkampf bedroht und will deshalb die Wahlen anfechten. AfD-Stände seien angegriffen und öffentliche Auftritte der Kandidaten gestört worden, sagte der Landesvorsitzende Paul Hampel am Donnerstag in Hannover. Seiner Partei sei „zu keinem Zeitpunkt während des Wahlkampfs eine Chancengleichheit gewährt“ worden. 

Ob die AfD auch im Falle eines guten eigenen Abschneidens gegen das Wahlergebnis vorgehen will, ließ Hampel offen. Nach Angaben der Landeswahlleitung müsste die Partei in jeder Gemeinde und jedem Kreis einzeln Einspruch einlegen. Das Gesamtergebnis könne nicht angefochten werden.

Bei Kundgebung in Lingen flogen Farbbeutel und Eier

Zuletzt wurde bei einer Kundgebung in Lingen am Mittwoch die AfD-Bühne mit farbgefüllten Ballons und einem Ei beworfen, wie die Polizei mitteilte. „Ich bin nicht bereit, meine Gesundheit zu riskieren“, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. An einer Wahlkampfveranstaltung an diesem Freitag in Northeim werde er nur teilnehmen, wenn die Polizei bereit sei, linke Demonstranten auf Abstand zu halten. In Niedersachsen wird am Sonntag, 11. September, gewählt. Wahlkampf betreibt die Partei gerade auch in Berlin: Hier tritt die AfD bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus an.

„In Lingen ist gestern ein hartgekochtes Ei dicht an meinem Auge vorbeigeflogen“, sagte der 75-Jährige. Am Vortag sei er bereits bei einer öffentlichen Veranstaltung in Uelzen niedergebrüllt worden.

Polizei spricht von "friedlichem Verlauf"

Die Polizei hatte aus Lingen weiter berichtet, die AfD-Kundgebung und eine DGB-Gegenveranstaltung hätten „einen weitgehend friedlichen Verlauf genommen“. Die Redebeiträge der AfD-Funktionäre seien von „DGB-Mitgliedern, sonstigen Teilen des bürgerlichen Spektrums sowie einigen linken Gegendemonstranten, lautstark begleitet“ worden. Ei- und Farbballon-Würfe hätten die AfD-Funktionäre verfehlt. Ein Polizist sei leicht verletzt worden, als er einen linken Demonstranten gehindert habe, zu den AfD-Mitgliedern zu gelangen.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

US-Rechtspopulist Steve Bannon will mit neuer "Bewegung" ins EU-Parlament
Steve Bannon, umstrittener Ex-Berater von Präsident Donald Trump und Galionsfigur der radikalen Rechten in den USA, konzentriert sich einem Medienbericht zufolge jetzt …
US-Rechtspopulist Steve Bannon will mit neuer "Bewegung" ins EU-Parlament
Korruptionsaffäre um Juan Carlos spitzt sich zu
Nach seiner Abdankung im Jahr 2014 war der spanische Altkönig Juan Carlos weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Nun wird der 80-Jährige von seiner Vergangenheit …
Korruptionsaffäre um Juan Carlos spitzt sich zu
CSU fordert Durchgreifen bei abgelehnten Asylbewerbern
Die CSU geht aus dem jüngsten Streit um die Asylpolitik leicht gerupft hervor. Deshalb demonstriert sie jetzt Geschlossenheit. Doch die Meinungsverschiedenheiten …
CSU fordert Durchgreifen bei abgelehnten Asylbewerbern
Donald Trump wird Opfer eines fiesen Internet-Streichs: Wer diesen Begriff googelt, findet ihn
Donald Trump wurde Opfer einer Google-Bombe. Wer den einen bestimmten Begriff eintippt, bekommt als Ergebnis hauptsächlich Bilder des Präsidenten.
Donald Trump wird Opfer eines fiesen Internet-Streichs: Wer diesen Begriff googelt, findet ihn

Kommentare