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Recep Tayyip Erdogan hat diplomatische Schritte der EU provoziert

Erklärung angefragt

Nach Erdogans Drohung: EU bestellt türkischen Botschafter ein

Brüssel - Nach den jüngsten Drohungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan dreht die EU den Spieß um - und bestellt den türkischen Botschafter ein.

Der Auswärtige Dienst der Europäischen Union hat wegen Drohungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan den EU-Botschafter der Türkei einbestellt. Man hätte gerne Erklärungen für die Worte von Erdogan, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Brüssel.

Erdogan hatte am Mittwoch gesagt: „Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können.“

Den Botschafter einbestellen - sonst ein übliches Stilmittel Erdogans

Bei diplomatischen Verstimmungen zwischen zwei Staaten spielt der Botschafter eine Schlüsselrolle. Über ihn kann Kritik offiziell vermittelt werden.

Erdogan hatte zuletzt wiederholt Botschafter verschiedener Staaten in Ankara zum Rapport einbestellt. Erst am Donnerstag musste etwa der Vertreter Norwegens in der Türkei vorsprechen. Zuvor hatten aber unter anderem auch schon die Botschafter der Niederlande und Deutschlands vorstellig werden müssen - der deutsche Botschafter jüngst in Zusammenhang mit einer kurdischen Demonstration in Frankfurt am Main.

Gabriel gegen Ende der Beitrittsverhandlungen

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat unterdessen Spekulationen über einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei kritisiert. Er könne sich vorstellen, dass eine solche Debatte der Kampagne des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für seine Verfassungsreform hilft, sagte er am Donnerstag bei seinem Antrittsbesuch in Athen. „Das ist so eine Form von Rigorosität, wo ich mich immer frage: Was kommt eigentlich am Tag danach.“

dpa/fn

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