+
Nach der Festnahme eines Islamisten in Berlin wegen Terrorverdachts wird der 31-Jährige am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt.

Verbindung zu Anis Amri

Nach Festnahme: Terrorverdächtiger Magomed-Ali C. wird Ermittlungsrichter vorgeführt

  • schließen

Der gestern in Berlin festgenommene mutmaßliche Islamist wird heute einem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Update vom Donnerstag, 23. August, 07.45 Uhr

Nach der Festnahme eines Islamisten in Berlin wegen Terrorverdachts wird der 31-Jährige am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Der Mann mit russischer Staatsbürgerschaft soll einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Nach Angaben der Ermittler soll er dieselbe Moschee in Berlin besucht haben, in der auch Anis Amri verkehrte - der Attentäter vom Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz.

Die Festnahme des Terrorverdächtigen erfolgte am Mittwoch durch Beamte des Bundeskriminalamts mit Unterstützung der GSG 9 und des Landeskriminalamts. Die Ermittler durchsuchten die Wohnung von Magomed-Ali C. und wollten herausfinden, wo der Sprengstoff geblieben ist. In den Räumen wurde aber nichts gefunden. Zugrunde lag ein Haftbefehl vom 9. August.

Anschlagsvorbereitungen bereits 2016 durch Polizei gestört

Die Bundesanwaltschaft verdächtigt den Mann, gemeinschaftlich mit dem in Frankreich inhaftierten Clément B. eineschwere staatsgefährdende Gewalttat in Deutschland vorbereitet zu haben. Vorausgegangen waren Ermittlungen französischer Strafverfolgungsbehörden gegen Clément B., der am 18. April 2017 in Marseille festgenommen worden war. Der Franzose soll zwei Anschläge geplant haben. Einen in Frankreich mit einem ebenfalls festgenommenen weiteren Mann und einen in Deutschland zusammen mit Magomed-Ali C.

Der beschuldigte 31-Jährige soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft am 26. Oktober 2016 in seiner Wohnung in Berlin eine erhebliche Menge des gefährlichen Sprengstoffs TATP gelagert haben. Damit sollte demnach ein Sprengsatz gebaut und an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden. Die Anschlagsvorbereitungen seien aber durch die Polizei gestört worden. Beide Männer trennten sich damals aus Angst vor Entdeckung.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur steht die Festnahme nicht im Zusammenhang mit einer akuten Anschlagsgefahr. In Berliner Sicherheitskreisen hieß es, der Verdächtige sei kein Unbekannter und schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen. „Er war auf der Liste der Gefährder.“

Das war die Original-Meldung vom Mittwoch, 22. August

Berlin/Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat den 31-jährigen Islamisten Magomed-Ali C. in Berlin festnehmen lassen. Der Tschetschene steht im Verdacht, einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. Die Festnahme des Russen erfolgte am Mittwoch durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9 und des Landeskriminalamtes, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die Ermittler durchsuchten die Wohnung des Beschuldigten.

Die Bundesanwaltschaft teilt mit: „Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, gemeinschaftlich handelnd mit dem in Frankreich Inhaftierten Clément B. eine schwere staatsgefährdende Gewalttat sowie ein Explosionsverbrechen vorbereitet zu haben.“ 

Clément B. wurde am 18. April 2017 in Marseille festgenommen. Mit einem anderen Komplizen habe er einen Sprengstoffanschlag begehen wollen. Er befand sich bei seiner Festnahme im Besitz von mehreren Schusswaffen und drei Kilogramm TATP (Triacetontriperoxid).

Wo ist der Sprengstoff geblieben? 

Die Bundesanwaltschaft berichtet weiter: Magomed-Ali C. verwahrte am 26. Oktober 2016 in seiner Wohnung in Berlin eine erhebliche Menge TATP auf. Mit diesem Sprengstoff wollte der radikal-islamistisch gesinnte Mann gemeinsam mit Clément B. einen Sprengsatz herstellen. Dieser sollte an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden. 

Die Terrorvorbereitungen wurden jedoch aufgrund einer gegen Magomed-Ali C. am 26. Oktober 2016 durchgeführten präventivpolizeilichen Maßnahme gestört. In der Folge befürchteten Magomed-Ali C. und Clément B. eine zeitnahe Durchsuchung der Wohnung und die Entdeckung des dort gelagerten Sprengstoffs. Daher beschlossen sie, sich zunächst zu trennen. Magomed-Ali C. blieb in Berlin. Clément B. reiste Ende Oktober 2016 von Berlin über Aachen nach Frankreich.Die Polizei griff am Dienstag ein, um aufzuklären, wo der gelagerte Sprengstoff verblieben ist. 

Der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, Anis Amri, soll auch mit Clément B. in Kontakt gestanden haben, meldete die „Berliner Morgenpost“ im März.

Magomed-Ali C. wird am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt.

Am frühen Montagmorgen stürmte ein bewaffneter Angreifer eine Polizeiwache in Spanien. Er rief „Allahu Akbar“. Die Beamten erschossen den Mann.

mag mit Material von AFP/dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

EU-Gipfel in Salzburg - Juncker rückt von seiner Linie in Migrationspolitik ab
Bei dem informellen EU-Gipfel sind 28 Staats- und Regierungschefs in Salzburg zusammen gekommen. Vor allem die Migrationspolitik und der Brexit stehen im Fokus. Im …
EU-Gipfel in Salzburg - Juncker rückt von seiner Linie in Migrationspolitik ab
Autobahn-Südring, Isarticket und wen würde Strauß wählen? Lebhafte Debatte in Taufkirchen 
Am 14. Oktober wählen die Bayern einen neuen Landtag. Mit Spannung wurde daher eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion in Taufkirchen erwartet. Merkur.de übertrug …
Autobahn-Südring, Isarticket und wen würde Strauß wählen? Lebhafte Debatte in Taufkirchen 
Journalist stürzt im Hambacher Forst von Brücke und stirbt
Seit knapp einer Woche räumt die Polizei im Hambacher Forst Baumhäuser. Am Mittwoch stürzt ein Journalist in die Tiefe und stirbt. Die Landesregierung setzt die Aktion …
Journalist stürzt im Hambacher Forst von Brücke und stirbt
Umfrage: AfD und SPD gleichauf in Brandenburg
Potsdam (dpa) - In Brandenburg liegen die AfD und die regierende SPD nach einer neuen Umfrage erstmals gleichauf. Beide Parteien kommen derzeit auf 23 Prozent, wie eine …
Umfrage: AfD und SPD gleichauf in Brandenburg

Kommentare