Nach Grenzanschlag

Mädchen stirbt bei israelischem Luftangriff

Tel Aviv/Gaza - Nach den tödlichen Schüssen auf einen Israeli hat die israelische Luftwaffe am Dienstag Ziele im Gazastreifen bombardiert. Dabei starb ein kleines Kind.

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist nach palästinensischen Krankenhausangaben ein drei- oder vierjähriges Mädchen getötet worden. Mindestens drei weitere Menschen, offensichtlich Mitglieder ihrer Familie, seien bei Angriffen auf das Palästinensergebiet verletzt worden, teilten Sanitäter am Dienstag mit. Augenzeugen berichteten von mindestens zwölf Luftangriffen. Eine Armeesprecherin bestätigte die Angriffe. Die Luftschläge richteten sich nach palästinensischen Angaben gegen Trainingszentren der im Gazastreifen herrschenden Hamas-Organisation in Chan Junis.

Zuvor hatte ein palästinensischer Scharfschütze aus dem Gazastreifen heraus tödliche Schüsse auf einen Israeli abgefeuert. Der Zivilist sei dabeigewesen, im Auftrag der Armee einen Teil des Grenzzauns zu reparieren, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Die radikale Palästinensergruppe Volkswiderstandskomitees bekannte sich zu dem Anschlag auf den Israeli. Dieser wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb er an den Folgen seiner Verletzungen. Nach Angaben von Sanitätern wurde ein Palästinenser später in Grenznähe durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der sich während des Anschlags in dem nahe gelegenen Grenzort Sderot aufhielt, sprach von einem „sehr schwerwiegenden Vorfall“. Israel werde „nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“ und hart reagieren.

„Es hat zuletzt mehr Anschlagversuche gegeben“, sagte Netanjahu zuvor nach Angaben der Nachrichtenseite „ynet“. „Stehen wir vor einem neuen Palästinenseraufstand?“ Israel werde mit aller Härte gegen jeden Angreifer vorgehen, „damit jeder, der uns attackieren will, es sich vorher zweimal überlegt“.

Zuletzt wurde ein Anstieg von Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt verzeichnet. Am Montag verletzte ein mutmaßlich palästinensischer Täter einen Polizisten im Westjordanland mit einem Messer. Am Sonntag war in einem Stadtbus in der Nähe von Tel Aviv eine Bombe explodiert, dabei wurde allerdings niemand verletzt. Die Polizei vermutet militante Palästinenser hinter der Tat.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tumulte in Brasilia: Präsident ordnet Militäreinsatz an
Dramatische Szenen aus Brasilia: Ministerien müssen evakuiert werden, Rauchschwaden, Demonstranten, die zornig "Temer raus" fordern. Der unter Korruptionsverdacht …
Tumulte in Brasilia: Präsident ordnet Militäreinsatz an
Vier Tage vor Anschlag: Attentäter flog von Düsseldorf nach Manchester
Schon wieder hat ein Selbstmordanschlag die Welt erschüttert: Am Montag riss ein Attentäter 22 Menschen in den Tod, darunter viele Kinder. Alle Informationen und …
Vier Tage vor Anschlag: Attentäter flog von Düsseldorf nach Manchester
Wehrbeauftragter: Durchsuchungen regen Truppe "ziemlich" auf
Im Zusammenhang mit dem Fall des rechtsextremen Offiziers Franco A. hat die Verteidigungsministerin die Durchsuchung aller Kasernen angeordnet. Die Durchführung des …
Wehrbeauftragter: Durchsuchungen regen Truppe "ziemlich" auf
Kampfhandlungen gegen den IS: Gabriel warnt vor Nato-Beteiligung
Vor dem Nato-Gipfel hat Außenminister Sigmar Gabriel die Beteiligung des Bündnisses an Kampfhandlungen gegen die Terrororganisation IS kategorisch ausgeschlossen.
Kampfhandlungen gegen den IS: Gabriel warnt vor Nato-Beteiligung

Kommentare