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Massive Polizeipräsenz in Bautzen.

Lage entspannt sich

Ruhige Freitagnacht in Bautzen - 130 Polizisten im Einsatz

Bautzen - Nach Zusammenstößen junger Flüchtlinge mit Rechtsextremen ist es in der sächsischen Stadt Bautzen in der Nacht zum Samstag ruhig geblieben. Die Polizei richtete einen Kontrollbereich ein.

Eine für Freitagabend angekündigte Versammlung wurde abgesagt, wie die Polizei in Görlitz mitteilte. 130 Beamte waren bis 2.00 Uhr nachts im Einsatz.

Kurz vor Mitternacht versammelten sich 60 Rechtsextreme auf einem Platz im Norden der Stadt. In der Nähe fand die Polizei Holz- und Metallstangen, die wohl versteckt worden waren.

Ein minderjähriger Geflüchteter missachtete die Ausgangssperre, die der Landkreis am Donnerstag verhängt hat. Seitdem dürfen unbegleitete minderjährige Geflüchtete ihre Unterkunft nach 19 Uhr nicht mehr verlassen.

Bei Angereisten aus dem linken Spektrum stellte die Polizei unter anderem einen Schlagstock, Pfefferspray und ein Messer sicher. Rechte Gruppen haben für Sonntag eine Demonstration angekündigt.

Nach Krawallen: Kontrollbereich eingerichtet

Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremen und jungen Asylsuchenden hat die Polizei einen sogenannten Kontrollbereich in der sächsischen Stadt eingerichtet. Wie die Polizeidirektion Görlitz am frühen Freitagabend mitteilte, können ab sofort alle Personen in dem Bereich rund um den Kornmarkt jederzeit angehalten und kontrolliert werden.

„Dabei können auch die Personalien festgestellt werden. Zur Klärung der Identität kann der Betroffene festgehalten und zur Dienststelle gebracht werden“, heißt es in der Erklärung. Die Maßnahme gelte zunächst bis zum 26. September und solle der Verhinderung schwerer Straftaten dienen. Als Beispiele wurden unter anderem Volksverhetzung und Verstöße gegen das Versammlungsrecht genannt.

Das Landratsamt Bautzen, das nach den Ausschreitungen bereits eine Ausgangssperre ab 19 Uhr verhängt hatte, riet unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen nun, auch tagsüber im Flüchtlingsheim zu bleiben. Wer die Einrichtung tagsüber verlassen wolle, könne dies aber selbstverständlich auch weiterhin tun, sagte Behördensprecherin Franziska Snelinski dem "Tagesspiegel". "Wir sperren die Jugendlichen natürlich nicht ein."

dpa/afp

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