+
Ilse Aigner bei einer Sitzung im Bayerischen Landtag.

„Mögliches, aber kompliziertes Szenario“

Bei Seehofer-Rückzug: Geheimplan von Ilse Aigner durchgesickert

  • schließen
  • Mike Schier
    Mike Schier
    schließen

Immer mehr Menschen in Bayern fordern den Rücktritt des derzeitigen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). Doch was passiert danach? Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hätte da wohl einen Plan, der nun durchgesickert ist.

München/Berlin – In der CSU-Führung wird über eine Urwahl nachgedacht, um den Spitzenkandidaten zur Landtagswahl 2018 zu bestimmen. Die Mitglieder entscheiden zu lassen, sei ein „mögliches, aber kompliziertes Szenario“, heißt es aus der Parteispitze. Nach Informationen des Münchner Merkur würde sich Oberbayerns CSU-Chefin Ilse Aigner einem Votum stellen und antreten, sollte Horst Seehofer nicht mehr kandidieren.

Aigner halte eine Urwahl zur Bestimmung des Spitzenkandidaten für „denkbar“, hieß es. Demnach soll der Parteitag Mitte Dezember nur über den zukünftigen Parteichef entscheiden. Den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl soll dann aber die Basis bestimmen. Aigner sehe darin eine Möglichkeit für eine Befriedung der zerstrittenen Lager innerhalb der CSU. Sie habe auch Bereitschaft signalisiert, sich um die Spitzenkandidatur zu bewerben. Aigner hatte in den vergangenen Tagen mit mehreren führenden Parteifreunden darüber gesprochen. Offiziell dazu äußern will sie sich aber nicht.

Hintergrund ist eine Spaltung in der CSU in Anhänger und Kritiker des laut Umfragen wahrscheinlichsten Seehofer-Nachfolgers Markus Söder. Die Lage gilt als verfahren: Eine Lösung ohne Söder würde einen Teil der Partei massivst verärgern, eine Lösung mit Söder einen anderen Teil. Eine demokratische Abstimmung wäre laut der 2014 geänderten Parteisatzung möglich, auch zu Personalfragen. Der Vorstand oder mindestens vier Bezirksverbände müssten sie beantragen. Sie würde gut drei Wochen dauern und wäre bei einer Beteiligung eines Drittels der Mitglieder bindend.

Ob diese Lösung wirklich befriedende Wirkung hätte, ist umstritten. Söder wollte sich zu den Überlegungen nicht äußern. Im Umfeld Seehofers hieß es, eine Mitgliederbefragung sei „nicht ausgeschlossen, aber auch nicht wahrscheinlich“. Seehofer will wohl kommende Woche einen Personalvorschlag erarbeiten.

cd/mik

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

CDU-Hammer: Niemand hatte ihn auf dem Schirm - plötzlich neue Kandidatur für Parteivorsitz
Spektakuläre CDU-Nachricht am Dienstagmorgen: Der Außenexperte Norbert Röttgen hat seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz angemeldet. Live-Ticker zur Röttgen-Erklärung.
CDU-Hammer: Niemand hatte ihn auf dem Schirm - plötzlich neue Kandidatur für Parteivorsitz
Überraschende Kandidatur: Röttgen will CDU-Chef werden
Er ist der vierte Mann aus Nordrhein-Westfalen, der sich für den CDU-Vorsitz interessiert. Norbert Röttgen wurde einst von Kanzlerin Merkel aus dem Kabinett geworfen und …
Überraschende Kandidatur: Röttgen will CDU-Chef werden
Rechte Terrorzelle: Linken fordern Bericht über Verhaftete
Berlin/Düsseldorf (dpa) - Nach der Verhaftung mehrerer mutmaßlicher Mitglieder einer rechten Terrorzelle haben die Linken im Bundestag zur nächsten Sitzung des …
Rechte Terrorzelle: Linken fordern Bericht über Verhaftete
„Erbärmlich und neue Dimension von Skrupellosigkeit“: Kachelmann attackiert Merkel-Sprecher Seibert direkt
Wetter-Experte Kachelmann platzt wegen eines Twitter-Posts von Regierungssprecher Steffen Seibert der Kragen. Er erhebt schwere Vorwürfe. 
„Erbärmlich und neue Dimension von Skrupellosigkeit“: Kachelmann attackiert Merkel-Sprecher Seibert direkt

Kommentare