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Kanzlerin Merkel muss vor einem "extrem selbstbewussten CSU-Chef" Angst haben

Nach Landtagswahl in Bayern

Expertin: Merkel muss nach CSU-Erfolg Angst haben

Berlin - Fast 50 Prozent für die CSU in Bayern: Die Freude der Union eine Woche vor der Bundestagswahl scheint ungetrübt. Doch die tatsächliche Gemütslage sieht anders aus, meint eine Expertin.

Der CSU-Erfolg in Bayern bereitet der CDU nach Ansicht der Politikwissenschaftlerin Ursula Münch Probleme. Die Bundes-FDP müsse sich dagegen kaum Sorgen machen und könne auf eine voraussichtlich erfolgreiche Zweitstimmenkampagne setzen, sagte Prof. Münch der Nachrichtenagentur dpa. „Ich gehe davon aus, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel das Ergebnis der Landtagswahl durchaus mit Besorgnis sehen wird, wenn man sich die Psychologie überlegt, die jetzt ausgelöst wird.“

Bilder vom Wahlabend in Bayern

Bilder vom Wahlabend in Bayern

Im Falle einer Neuauflage der schwarz-gelben Koalition müsse Merkel mit einem „extrem selbstbewussten CSU-Chef“ Horst Seehofer zusammenarbeiten. „Sie muss erstens Angst haben vor einem zu starken Partner CSU und sie muss noch mehr Angst haben, dass diese Zweitstimmenkampagne zu viele Leute erreicht“, sagte Münch.

Münch: Seehofer wird Pkw-Maut wahrscheinlich durchsetzen

Die Direktorin der Akademie für politische Bildung Tutzing hält es für gut möglich, dass Seehofer seine Forderung nach einer Pkw-Maut in Berlin durchsetzen kann: „Wir haben ja auch beim Betreuungsgeld gesehen, dass dann Sachen rausgekommen sind, die wir ursprünglich nicht gedacht haben, dass das tatsächlich mehrheitsfähig ist.“ Die CSU-Wähler schätzten das "Mir san mir", sagte Münch. „Das wird nicht nur in Bierzelten geschätzt.“

Unterm Strich werde die Pkw-Maut für Ausländer „nicht sehr viel Geld bringen, weil der bürokratische und der technische Aufwand sehr groß ist“, sagte Münch. „Aber um das geht's ja nicht besonders stark. Es geht darum, dass er (Seehofer) dann gezeigt hat, dass er das tatsächlich durchsetzen kann und vielleicht ein kleines bisschen was in der Staatskasse hängenbleibt.“

Live-Ticker zur Landtagswahl in Bayern auf merkur-online.de

Münch rechnet nicht damit, dass Seehofer künftig wie ein Alleinherrscher in Bayern regieren wird: „Ich halte ihn nicht für abgehoben, dafür ist er zu bodenständig.“ Die CSU werde den Fehler von 2003, als sie nach dem Wahlerfolg „völlig von der Realität und vom Boden abgehoben hat“, nicht wiederholen.

Landtagswahl Bayern: CSU mit absoluter Mehrheit

Die hohe Wahlbeteiligung hat die Politologin überrascht. Ein Grund sei offensichtlich die Nähe zur Bundestagswahl in einer Woche. Dies habe das Interesse an politischen Themen befördert. Die Wähler hätten außerdem deutlich machen wollen, dass sie die guten wirtschaftlichen Daten Bayerns wertschätzten.

dpa

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