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Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (l-r), Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (beide CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Kundgebung im Mai 2014.

Konservativismus-Debatte

Nach Merkel-Kritik: Seehofer knöpft sich Friedrich vor

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München – CSU-Chef Horst Seehofer hat eine Kurskorrektur ausgeschlossen und den früheren Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in die Schranken gewiesen. „Es wird keinen Kurswechsel geben“, sagte Seehofer dem Münchner Merkur.

Sein Parteifreund Friedrich hatte am Wochenende fehlende konservative Politik in der Union bemängelt, die Parteivorsitzenden scharf kritisiert und für das Aufkommen der AfD und der Pegida-Demonstrationen verantwortlich gemacht. Seehofer konterte nun: „Ich mag ihn, er ist kein bösartiger Typ. Aber ich verstehe diesen Schritt nicht.“ Die CSU habe gerade zwei erfolgreiche Wahlen hinter sich, die Bevölkerung bewerte die Politik gut, Kanzlerin Angela Merkel sei „gerade zur Frau des Jahres gekürt worden – und dann eröffnet man so eine Kursdiskussion“. Das sei schädlich.

Ärgerlich für die Christsozialen ist vor allem der Zeitpunkt von Friedrichs Abrechnung. In der eher nachrichtenarmen Zeit kurz vor den Klausurtagungen der Parteien wollte die CSU eigentlich inhaltliche Punkte setzen, keinen Richtungsstreit führen. Seehofer und Friedrich dürften spätestens am 7. Januar in Kreuth aufeinandertreffen.

cd

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