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Nemi El-Hassan schrieb nach dem mutmaßlichen Anschlag von Berlin bewegende Zeilen auf Facebook.

Nach dem mutmaßlichen Anschlag

Eine Muslima spricht den Berlinern aus der Seele

Berlin - Der mutmaßliche Anschlag von Berlin hat für viel Betroffenheit in Deutschland und der Welt gesorgt. Besonders eine Muslima aus der Landeshauptstadt spricht aber den Leuten förmlich aus der Seele.

Zwölf Menschen verloren am Montagabend ihr Leben in Berlin, weil ein Lastwagen ungebremst über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz raste; 49 weitere wurden teils schwer verletzt. Vermutlich sei es ein terroristischer Anschlag gewesen, meint die Polizei. Der vermeintliche Täter konnte kurze Zeit später bereits festgenommen werden - doch die Angst der Menschen bleibt. Besonders in den sozialen Netzwerken überschlugen sich die Trauerbekundungen. Doch eine Muslima, die in der Landeshauptstadt lebt, spricht den Berlinern förmlich aus der Seele mit ihrem Facebook-Post:

„Terror - wie oft hab ich diesen Begriff gehört, über ihn nachgedacht und über seine verheerende Wirkung gelesen“, schreibt Nemi El-Hassan dort. „Ich war in Beirut und Bagdad und habe gesehen, was sein blutiges Wesen anrichten kann. Und jedes Mal aufs Neue war ich so verdammt dankbar dafür, in Berlin zu leben. Auf meiner sicheren, kleinen, großen Insel.“ Doch nun scheine es so, als sei der Terror auch dort angekommen, „mit voller Wucht und ohne Rücksicht auf Verluste“. Nemi fragt sich nun, „woher ich die Gewissheit nahm, dass wir für immer vor ihm verschont bleiben würden“.

Erst durch einen Anruf ihrer Eltern, die sie mit verzweifelter Stimme fragen, ob es ihr gut gehe, wird ihr das Ausmaß der Katastrophe bewusst. Zu der Zeit sitzt sie gerade in einem Restaurant: „Ich kriege keinen Bissen mehr herunter, mir ist flau im Magen, meine Beine zittern.“ Doch anstatt in Verzweiflung zu ertrinken, versucht sie den Hinterbliebenen und Einsatzkräften Mut zuzusprechen: „Mögen sie alle die Kraft finden, um diese Stunden zu überstehen. Und mögen unser aller Herzen Ruhe finden in diesem Sturm.“

Patrick Steinke

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