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Harte Haltung gegenüber Nordkorea: Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye. Foto: Jeon Heon-Kyun

Nach Nordkoreas Atomtest: Seoul fordert schärfste Sanktionen

Südkoreas Präsidentin Park dringt mit scharfem Ton auf noch härtere Sanktionen gegen Nordkorea. China kommt dabei aus ihrer Sicht eine Schlüsselstellung zu. Südkoreas Militär entdeckt derweil eine mutmaßliche Drohne aus Nordkorea.

Seoul (dpa) - Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas hat Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye schärfere Sanktionen gegen den Nachbarn gefordert und China zur Mithilfe aufgerufen.

Wenn China seiner Opposition gegen die atomare Bewaffnung Nordkoreas keine entsprechenden Maßnahmen folgen lasse, "werden wir Nordkorea nicht von einem fünften und sechsten Atomtest abhalten können", warnte Park in einer Ansprache zum neuen Jahr. Südkoreas Militär teilte mit, es habe Warnschüsse an der Grenze abgegeben, nachdem eine wahrscheinlich aus Nordkorea stammende Drohne in den südkoreanischen Luftraum eingedrungen sei.

Die Antwort der Weltgemeinschaft auf den jüngsten Atomtest müsse sich von denjenigen in der Vergangenheit unterscheiden, forderte Park. China spiele dabei als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats eine wichtige Rolle.  

Die Beziehungen zwischen China und Nordkorea sind seit der Machtübernahme von Kim Jong Un in Pjöngjang so schlecht wie nie. Südkorea und die USA glauben dennoch, dass die Vetomacht China als traditioneller Verbündeter des kommunistischen Regimes in Pjöngjang eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Sanktionen spielt. Im höchsten UN-Gremium wird über Schritte gegen Nordkorea diskutiert.

Nordkorea behauptet, bei dem Test vor einer Woche sei erstmals eine Wasserstoffbombe gezündet worden. Der Test hatte weltweit Empörung ausgelöst. Erste Analysen der im Ausland gemessenen Erschütterungen deuten westlichen Experten zufolge aber eher auf den Test einer herkömmlichen Atombombe hin als auf die Zündung einer erheblich stärkeren H-Bombe.  

Ein fremdes unbemanntes Luftfahrzeug sei Dutzende Meter weit in den südlichen Teil der militärischen Pufferzone zwischen beiden Koreas geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Soldaten hätten Warnsignale über die Grenze gesendet und mehrere Warnschüsse abgegeben. Das Objekt sei kurz darauf wieder über die Grenze in Richtung Norden zurückgeflogen. Das Militär geht nach Berichten südkoreanischer Medien davon aus, dass es sich um eine Drohne aus Nordkorea gehandelt hat. An der See- und Landesgrenze zwischen beiden Ländern kommt es immer wieder zu leichteren oder auch ernsteren militärischen Zwischenfällen.  

Die Spannungen nehmen seit dem Atomtest wieder zu. Südkorea hatte zuletzt seine Propaganda-Beschallung des Nachbarlandes nach mehrmonatiger Unterbrechung wieder aufgenommen. Nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs schickte Nordkorea seinerseit an den vergangenen beiden Tagen wieder Propaganda-Flugblätter mit Ballons über die Grenze nach Südkorea. Darin werde vor den Folgen der Beschallungen gewarnt und Südkoreas Präsidentin kritisiert, hieß es. 

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte den Atomversuch als Akt der "Selbstverteidigung" bezeichnet. Nordkorea hatte schon zwischen 2006 und 2013 drei Atomtests unternommen.

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