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Polizisten am Münchner Hauptbahnhof - sie leisteten Schwerstarbeit in den letzten Wochen.

Große User-Diskussion

Nach offenem Polizisten-Brief: "Lasst den Mann in die Politik"

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München - Ein Polizist kritisierte die Asylpolitik - und entfachte eine hitzige Diskussion. Einen allgemeinen Konsens gab es nicht - dafür skurrile Vorschläge. Wir haben einige User-Stimmen zusammengefasst.

"Das Asylwesen, so wie es jetzt ist, ist zum Scheitern verurteilt". So hart urteilte ein Münchner Polizist über die deutsche Asylpolitik. In einem Brief auf dem Internetportal "Polizei Mensch" hatte er sich zur Flüchtlingskrise geäußert - schließlich kommt kaum jemand so häufig mit dem Problem in Kontakt, wie ein Polizist. Der Brief entfachte eine hitzige Debatte unter dem Artikel. Ein klarer Konsens kristallisierte sich nicht heraus, vielmehr bildeten sich zwei Lager: Die einen lobten die Ansichten des Polizisten, andere kritisierten seine Aussagen. Wir haben einige Meinungen zusammengefasst:

"Diesem Polizisten kann ich in fast allen Punkten ausdrücklich zustimmen", sagt User "kaminwurz". Ein anderer Nutzer zeigt sich dankbar gegenüber der Polizei: "Der Polizist hat sehr realistisch geschrieben, ich bin uneingeschränkt seiner Meinung, vielen Dank an die Menschen, die täglich dazu betragen, dass alles so läuft wie es läuft". Der Polizist gilt wegen seines täglichen Kontaktes mit Flüchtlingen als Experte - das finden viele User gut. "Ich finde es sehr begrüßenswert, dass sich jemand, der an der Basis mit dieser Katastrophe konfrontiert ist, zu Wort meldet", sagt User "Delphi". "Hessenbayer" fordert sogar: "Lasst den Mann in die Politik bitte".

"Die Gefühlsduselei dieses Briefes bringt uns keinen Meter weiter"

Ob der Brief tatsächlich Menschen zum Handeln oder Umdenken bewegt, darüber sind sich die Nutzer uneinig. "edward strak" meint: "Ich weiß ja nicht, ob dieser Brief nun etwas bringen wird. Ich denke, die Politiker betreiben Business as usual". Viele geben dem Polizisten zwar Recht - doch sie sehen die größten Probleme der Flüchtlingskrise noch bevorstehen: "Vieles was er sagt, damit hat er recht, aber woher die Wohnungen nehmen", fragt "dabinichwieder". "Woher die Jobs nehmen? Wir haben ja selber noch genug Arbeitslose."

Doch es gibt auch deutliche Kritik an den Aussagen des Polizisten: "Die Gefühlsduselei dieses Briefes bringt uns keinen Meter weiter", findet "Chris_7". "So ganz kann ich da nicht zustimmen, gerade bei den Wirtschaftsflüchtlingen", sagt User "Libella". "Warum benützen sie das Geld, was für Schlepper ausgegeben wird nicht, um sich in der Heimat was aufzubauen".

Kritik an der Bundesregierung

Viel eher regte der Brief jedoch zu Kritik an der deutschen Regierung an: "Die Masse ist nicht integrierbar", urteilt User "dabinichwieder". "Was glaubt Bayern, München, die Polizei etc., welch bisher noch nie dagewesene Flüchtlingstsunami sich über die Region ergießen wird, wenn nach der Wiesn, also am 5. Oktober, die Züge von Österreich her wieder fahrplanmäßig rollen", fragt "sma".

sb

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