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Sina Trinkwalder in ihrem Textilbetrieb "Manomama" in Augsburg.

Unternehmerin nach Ehrung sauer

Sie veröffentlicht Seehofer-Brief, duzt ihn und watscht ihn ab

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München - Die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder wird vom bayerischen Ministerpräsidenten für ihr Engagement ausgezeichnet. Doch sie bedankt sich nicht, sondern veröffentlicht seinen Brief auf Facebook. Was sie damit bewirken will.

Seit Jahren gibt die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder bei ihrer Firma "manomama" benachteiligten Menschen einen Job, die sonst keine oder wenig Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten. Anfang Dezember erhielt sie dafür die Verdienstmedaille des deutschen Verdienstordens, die niedrigste Stufe des Bundesverdienstkreuzes. Dazu gratulierte höchstpersönlich in einem Schreiben der bayerische Ministerpräsident, Horst Seehofer (CSU).

Für Trinkwalder ganz offenbar kein Grund zur Freude: Sie veröffentlichte den Brief quasi postwendend auf Facebook, mit folgendem Kommentar versehen: "Da denkst du nichts Böses und dann fischst du so einen Brief aus dem Kasten." Der Grund für Trinkwalders Unmut: Die Flüchtlingspolitik von Seehofers CSU, die sie bei der Gelegenheit sehr deutlich kritisierte - und ihn auch noch duzte.

Da denkst du nichts Böses und dann fischst du so einen Brief aus dem Kasten. Lieber Horst, was genau meinst du mit "...

Posted by Sina Trinkwalder on Freitag, 4. Dezember 2015

Der Post sorgte in den letzten Tagen für Aufsehen. Über 3000 Personen liketen ihn, fast 500 User teilten ihn (Stand: Montag, 12.38 Uhr, 7.12.15). Der Großteil der User kommentierte Trinkwalders öffentliche Kritik positiv, schrieben "Sie werden immer mehr zum Vorbild! Respekt!" oder "Ihre Ansichten teile ich vollständig." Es gab jedoch auch User, die schon die Veröffentlichung von Seehofers Brief fragwürdig oder gar "ungezogen" fanden, ganz unabhängig von rechtlichen Aspekten. Ein User kritisierte auch, Trinkwalder wolle durch das öffentliche Abwatschen Seehofers sich selbst als "besser denkenden und handelnden Gutmenschen" darstellen.

Einen Tag meldete sich Trinkwalder noch einmal zu Wort: Seehofers Brief sei nicht der erste gewesen, den sie öffentlich beantworte. "Den letzten von Sigmar Gabriel veröffentlichte ich ebenfalls und wünschte mir, dass er sich lieber gegen das TTIP einsetzen sollte anstelle mir Briefe zu schreiben." Niemand habe sich damals über die Veröffentlichung beschwert. Doch jetzt, wo sie sich um Schutzsuchende sorgte, und Menschlichkeit gefordert habe, werde sie plötzlich als "Gutmensch" diffamiert.

"Was bleibt, bei mir persönlich? Ein großes Fragezeichen."

Da sitze ich ein paar Stunden mit Freunden zusammen, während (m)ein Post die Runde dreht. Es war nicht der erste Brief,...

Posted by Sina Trinkwalder on Samstag, 5. Dezember 2015

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