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Im Fokus der Kritik: US-Präsident Donald Trump.

Nach Prügel-Video

„Verhaltensauffälliger Onkel“: ZDF-Moderatorin attackiert Trump

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Donald Trump bekommt nach seinem umstrittenen Video-Post heftigen Gegenwind von Journalisten - auch aus Deutschland. In der ZDF-Nachrichtensendung „heute journal“ kritisiert die Moderation den US-Präsidenten.

Mainz/Washington - Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und der Medienlandschaft hat am Sonntag einen neuen Höhepunkt erreicht. Trump twitterte ein Video, in dem er symbolisch auf den us-amerikanischen Nachrichtensender CNN einschlägt

Wenig später zeigten sich Gruppen von US-Journalisten empört über die Botschaft, die das Video des 71-Jährigen transportiert. „Dieser Tweet ist unter der Würde des Präsidentenamtes“, erklärte sich das Reporters Commitee for Freedom of the Press (zu deutsch Reporter-Komitee für die Pressefreiheit).

CNN selbst sagte dazu, dass es ein trauriger Tag sei, wenn der Präsident zur Gewalt gegen Reporter ermuntere. 

Der Chefredakteur der ebenfalls häufig vom US-Präsidenten attackierten Zeitung New York Times, Dean Baquet, nannte es "ungehörig", dass Trump zu einer "derartigen Wut auf die Medien" ermutige. Anni Lowrey, Journalistin des US-Magazins The Atlantic, schrieb auf Twitter, sie habe "große Angst", dass eines Tages ein Journalist "sein Leben lassen wird".

Das Weiße Haus wies die Kritik und Sorgen als unberechtigt zurück. Heimatschutzberater Tom Bossert sagte im Sender ABC News, niemand werde das Video als Drohung ansehen. Trump müsse von den Nachrichtensendern oftmals Prügel einstecken und habe das Recht, darauf zu reagieren.

Der Präsident selbst legte - wieder via Twitter - nach: „Die unehrlichen Medien werden uns nicht davon abhalten, unsere Ziele im Namen unserer großartigen amerikanischen Menschen zu erfüllen!“

Auch in Deutschland sorgte das Video für Entsetzen unter den Journalisten. Marietta Slomka ließ es sich am Sonntagabend in der Nachrichtensendung „heute journal“ im ZDF nicht nehmen, eine Spitze in Richtung des US-Präsidenten zu senden. 

Kann sich der „verhaltensauffällige Onkel“ zusammenreißen?

„Eine vielbeachtete Frage wird sein, wie sich Donald Trump beim G20-Treffen benimmt. Fast kommt es einem ja vor wie bei einem Familienfest, wo sich im Vorfeld alle fragen, ob sich der verhaltensauffällige Onkel zusammenreißen wird oder die Party sprengt“, sagte die Moderatorin vor einem Beitrag über den bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg. 

ZDF-Moderatorin Marietta Slomka.

Und Slomka legte noch nach. Trump sei ein „freier Radikaler, der Dinge tut und sagt, die jenseits normaler Benimmregeln liegen“. Außerdem liege die Aktion des US-Präsidenten für die Nachrichtenmoderatorin „unterhalb der Würde des Amtes, das er bekleidet“.

Auch der Deutsche Journalisten-Verband reagierte entsetzt

Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) reagierte entsetzt und forderte Trump auf, sofort seine Medienhetze zu beenden. "Heute knüpft er sich CNN vor, morgen vielleicht die USA-Korrespondenten von ARD und ZDF", erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Er appellierte an die deutschen Korrespondenten in den USA, sich von den Ausfällen nicht einschüchtern zu lassen. Die Öffentlichkeit müsse erfahren, was in den USA vor sich gehe. Mögliche Übergriffe von fanatisierten Trump-Anhängern müssten unverzüglich angezeigt und öffentlich gemacht werden, forderte Überall.

Trump liegt seit geraumer Zeit mit den Medien im Streit. In den vergangenen Tagen hat er aber den Ton deutlich verschärft.

tlo/afp

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