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US-Soldaten führen am 14.05. in Paju (Südkorea) eine jährlich stattfindene Militärübung an der Grenze zu Nordkorea durch.

Raketentest Nordkoreas

Nach Raketentest: Trump will härtere Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang

Pjöngjang - Nach einem neuerlichen Raketentest Nordkoreas hat US-Präsident Donald Trump verschärfte Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang gefordert.

Das Geschoss wurde am Sonntagmorgen in Richtung Japan abgefeuert und landete nach etwa 700 Kilometern in Meer, wie die US-Armee und die Militärführung in Seoul mitteilten. Deutschland, Russland und China äußerten sich besorgt über die wachsenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Es war der erste Raketentest seit dem Amtsantritt des südkoreanischen Staatschefs Moon Jae In. Moon sprach nach einem Treffen mit seinen Sicherheitsberatern von einer "gefährlichen Provokation" und Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel und weltweit. 

Nach einem neuerlichen Raketentest Nordkoreas hat US-Präsident Donald Trump verschärfte Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang gefordert.

Im Gegensatz zu seinen beiden konservativen Amtsvorgängern befürwortet der seit Mittwoch amtierende Moon einen Dialog mit dem verfeindeten Nachbarn im Norden. Doch am Sonntag warnte er, ein Dialog sei nur möglich, wenn Nordkorea seine Einstellung ändere. Die ballistische Rakete sei in Kusong im Nordwesten des abgeschotteten Nachbarlandes abgefeuert worden, teilte die südkoreanische Armee mit. Das US-Pazifik-Kommando bestätigte den Abschuss. Japans Regierungschef Shinzo Abe bezeichnete den Test als "vollkommen inakzeptabel" und "ernste Bedrohung" für sein Land. US-Präsident Donald Trump rief die Staatengemeinschaft zu einer entschlossenen Reaktion auf. "Diese jüngste Provokation sollte als Ruf an alle Nationen dienen, viel stärkere Sanktionen gegen Nordkorea zu erlassen", hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. 

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un.

Die USA stünden weiterhin "eisern" an der Seite der Verbündeten Japan und Südkorea. Trump hatte zuvor bereits mit einem militärischen Alleingang gegen Nordkorea gedroht, sollte China nicht Druck auf seinen Verbündeten ausüben. Die USA hatten Anfang des Monats ihr Raketenabwehrsystem THAAD in Südkorea in Betrieb genommen. Beide Staaten setzten sich damit über Einwände Chinas und Russlands hinweg. Peking betrachtet den Raketenschild als Gefahr für die regionale Sicherheit. Die USA haben in Südkorea mehr als 30.000 Soldaten stationiert. Pjöngjang bezeichnete ein groß angelegtes Militärmanöver der USA und Südkoreas vor der koreanischen Halbinsel als Provokation und Vorbereitung für einen Einmarsch. China rief alle Seiten zur "Zurückhaltung auf. Das Außenministerium in Peking sprach sich zugleich gegen die "Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats" durch Pjöngjang aus. 

Nordkorea setzt Raketentests fort.
Der chinesische Präsident Xi Jinping (re.) und der russische Staatschef Wladimir Putin (li.).

Der chinesische Präsident Xi Jinping und der russische Staatschef Wladimir Putin erörterten die Lage ausführlich am Rande des internationalen Gipfeltreffens zur chinesischen Seidenstraßen-Initiative, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mitteilte. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte, Pjöngjang werde "in aller Eindringlichkeit" aufgefordert, "von seinem aggressiven Konfrontationskurs abzulassen und zur Einhaltung internationaler Normen zurückzukehren". Es könne aber nur eine diplomatische Lösung geben. Die Europäische Union verurteilte den jüngsten nordkoreanischen Raketentest als "Bedrohung für den internationalen Frieden". Pjöngjang müsse einen "glaubwürdigen und sinnvollen Dialog" mit der internationalen Gemeinschaft aufnehmen. 

Bereits Anfang März hatte Nordkorea vier Raketen in Richtung Japan ins Meer geschossen. Zuletzt zündete Nordkorea vor gut zwei Wochen eine Rakete, das Geschoss explodierte jedoch kurz nach dem Start. Zudem nahm Pjöngjang seit 2006 fünf Atomwaffentests vor, davon zwei im vergangenen Jahr. Mit dem neuerlichen Raketentest wollte Pjöngjang offenbar Moon und seine Zusammenarbeit mit den USA auf die Probe stellen, sagte der Nordkorea-Experten Yang Moo Jin in Seoul. Zudem wolle Nordkorea seine Verhandlungsposition vor möglichen Gesprächen mit den USA und Südkorea stärken. Am Samstag hatte eine ranghohe nordkoreanische Diplomatin erklärt, Pjöngjang sei unter bestimmten Bedingungen zum Dialog mit den USA bereit. Auch ein Treffen mit der südkoreanischen Regierung wurde nicht ausgeschlossen.

afp

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