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Horst Seehofer hatte über ein Kamerateam des Magazins "Monitor" geschimpft.

Streit um Seehofer-Äußerung

WDR-Chef weist CSU-Beschwerde zurück

München - Nachdem Horst Seehofer sich wütend über ein Kamerateam des Magazins "Monitor" geäußert hatte, nahm nun der Chefredakteur des WDR den kritisierten Journalisten in Schutz.

Im Streit zwischen CSU und WDR um das angemessene Auftreten von Kamerateams beißt die Partei bei dem öffentlich-rechtlichen Sender auf Granit. WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn nahm am Mittwoch den von Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) kritisierten „Monitor“-Redakteur Stephan Stuchlik in Schutz. Stamm hatte dem Fernsehteam unhöfliches Auftreten vorgeworfen und erklärt, Stuchliks Verhalten habe sie massiv irritiert.

Der Vorfall bei einer CSU-Wahlveranstaltung in Würzburg am vergangenen Freitag hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil der verärgerte CSU-Chef Horst Seehofer anschließend geschimpft hatte: „Die müssen raus aus Bayern.“ Seehofer war für die Äußerung heftig kritisiert worden - der Deutsche Journalisten-Verband reagierte empört und warf dem CSU-Chef vor, die Pressefreiheit zu missachten.

Schönenborn bedauerte nun seinerseits, dass Stamm dem Team trotz mehrfacher Anfrage kein Interview gewährte. „Lassen Sie mich offen urteilen: Ich bin beeindruckt von der Hartnäckigkeit des Interviewers“, schreibt Schönenborn in seiner Antwort an Stamm.

Schönenborn will nun die vom Kamerateam aufgezeichnete Auseinandersetzung zwischen Stamm und Stuchlik nach der Ausstrahlung der Sendung am Donnerstagabend auf der Webseite monitor.de veröffentlichen, damit sich die Zuschauer selbst ein Bild machen können.

„Aus der Sicht des Rheinländers gehen da zwei muntere Bayern offensiv miteinander um und betreiben verbales Fingerhakeln - aber beileibe keine Rauferei“, schreibt Schönenborn. WDR-Redakteur Stuchlik ist in Landshut geboren.

dpa

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