+
Flüchtlinge in der serbischen Grenzstadt Tovarnik. Nach einem Ultimatum Serbiens hat Kroatien seine Grenzen wieder geöffnet. Foto: Antonio Bat

Nach serbischem Ultimatum: Kroatien öffnet Grenze wieder

Kroatien hat einem Ultimatum Serbiens nachgegeben und seine Grenze wieder geöffnet. Ob die Flüchtlingsströme davon beeinflusst werden, ist noch unklar.

Belgrad (dpa) - Das jüngste EU-Mitglied Kroatien hat nach einem Ultimatum seines Nachbarns Serbien seine Grenze wieder geöffnet. Nach einem Tag setzten sich am Dienstagnachmittag am wichtigen Grenzübergang Bajakovo-Batrovci auf der E70 zwischen Belgrad und Zagreb die Lastwagen wieder in Bewegung.

Der LKW-Stau hatte zuletzt elf Kilometer betragen. Zuvor hatte Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic der EU und Kroatien mit nicht näher beschriebenen "Gegenmaßnahmen" gedroht.

Vucic hatte die Schäden für den In- und Export seines Landes, das EU-Beitrittskandidat ist, auf 20 Millionen Euro beziffert. Er werde nicht zulassen, dass Kroatien sein Land "erniedrigen und dessen Wirtschaft zerstören kann", hatte er kritisiert. Sein kroatischer Amtskollege Zoran Milanovic hatte ihn wegen des Ultimatums mit den Worten angegangen "Mensch, komm mal runter!".

Kroatiens Innenminister Ranko Ostojic hatte angekündigt, die Grenzen würden erst dann wieder geöffnet, wenn Serbien den Transport Zehntausender Flüchtlinge an seine Grenze mit Kroatien stoppe. Ob Serbien jetzt, wie von Zagreb verlangt, die Flüchtlinge über andere Länder umleitet, blieb zunächst offen.

Vucic im Staatsfernsehen RTS, Serbisch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Linke legt Machtkampf bei
Potsdam (dpa) - Die bisherigen Fraktionschefs der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, sollen die Fraktion weiter anführen. 
Linke legt Machtkampf bei
Linke legt Machtkampf bei - Kompromiss passiert Fraktion
Die bisherigen Fraktionschefs der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, sollen die Fraktion weiter anführen.
Linke legt Machtkampf bei - Kompromiss passiert Fraktion
Kurden-Präsident Barsani gibt Rivalen Schuld für Gebietsverluste
Kurden-Präsident Massud Barsani hat politischen Rivalen die Schuld für den Verlust kurdisch kontrollierter Gebiete an Iraks Sicherheitskräfte gegeben.
Kurden-Präsident Barsani gibt Rivalen Schuld für Gebietsverluste
Straßburger Gericht stärkt Alexej Nawalny Rücken
Der Justizstreit des Oppositionellen Nawalny mit den russischen Behörden bekommt einer weitere Wendung. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bewertet ein …
Straßburger Gericht stärkt Alexej Nawalny Rücken

Kommentare