Polizeieinsatz in Warschau
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Polen: Ermittlung gegen Polizeibeamte

Nach Todesfall in Polen wird Polizei verdächtigt

Wegen eines ungeklärten Todesfalls nach einem Polizeieinsatz in Polen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen.

Warschau - Gegen die Beamten werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und möglicher Kompetenzüberschreitung ermittelt, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag der Agentur PAP in Polen.

In der niederschlesischen Stadt Lubin war am Freitag ein 34 Jahre alter Mann nach einem Polizeieinsatz gestorben. Dessen Mutter berichtete im Sender TVN24, sie habe selbst die Polizei gerufen, weil er vor dem Haus randaliert habe. Sie habe den Beamten gesagt, dass ihr Sohn unter Einfluss von Drogen stehe. Auf einem Video ist zu sehen, wie vier Polizisten versuchen, den aufgeregten Mann niederzuringen. Er ruft um Hilfe und verliert dann das Bewusstsein. Nach Polizeiangaben wurde er mit dem Krankenwagen in eine Klinik gebracht, wo er zwei Stunden später starb.

An dieser Version gibt es allerdings Zweifel. Der Parlamentsabgeordnete Piotr Borys berichtete unter Berufung auf Mitarbeiter der Klinik, der Mann sei bereits im Krankenwagen gestorben. Am Sonntag hatten sich in Lubin mehr als 200 Menschen zu Protesten vor der Polizeiwache versammelt. Einige riefen «Mörder» und warfen Molotow-Cocktails. Nach Angaben der Polizei wurden bei der Aktion mehr als 30 Menschen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat nun eine Obduktion der Leiche des 34-Jährigen angeordnet. (dpa)

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