+
Der nordkoreanische Staatsführer Kim Jong-Un.

„Abscheuliche Sanktionserpressung“

Nach Trump-Drohung: Nordkorea kündigt Gegenmaßnahmen an

Pjöngjang - Nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einem Alleingang im Nordkorea-Konflikt hat die Führung in Pjöngjang mit Gegenmaßnahmen gedroht.

Das nordkoreanische Außenministerium kritisierte am Montag Trumps Äußerungen sowie ein laufendes Militärmanöver der USA mit Südkorea und Japan. Dieses "rücksichtlose Vorgehen" bringe die koreanische Halbinsel "an den Rand eines Krieges", sagte ein Ministeriumssprecher der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Die Vorstellung, Nordkorea mit Sanktionen von seiner "nuklearen Abschreckung" abbringen zu können, sei ein "kühner Traum", sagte der Sprecher. Er warf den USA vor, den Konflikt anzuheizen, um Nordkorea "die Luft abzudrehen". Sein Land habe darum "keine andere Wahl, als die nötigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen". Schon bald werde die Welt erleben, welche "ereignisreichen Schritte" Nordkorea unternehmen werde, um die "abscheuliche und rücksichtslose Sanktionserpressung zu durchkreuzen".

Trump drohte China mit Alleingang

Trump hatte wenige Tage vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping mit einem Alleingang der USA im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm gedroht. Wenn China das Problem "nicht löst, werden wir es tun", sagte Trump in einem Zeitungsinterview. Xi wird Trump am Donnerstag und Freitag April in dessen Privatclub Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida besuchen.

Die Trump-Regierung fordert schon länger, dass China mehr Druck auf seinen traditionellen Verbündeten ausübt. China hatte zuletzt bereits Erklärungen des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea mitgetragen und sämtliche Kohle-Importe aus dem Land bis Jahresende gestoppt. Das geht der US-Regierung jedoch nicht weit genug. Sie hatte Nordkorea zuletzt auch mit militärischen Maßnahmen gedroht.

US-Experten warnen vor Atomwaffentests

Vergangene Woche hatten US-Experten vor einem neuen Atomwaffentest Nordkoreas gewarnt. Seit einem ersten Atomtest 2006 hat das Land bereits vier weitere Tests vorgenommen, zwei davon im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die kommunistische Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Mit seinen Atomwaffen- und Raketentests verstößt Nordkorea gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Russlands neuer US-Botschafter steht auf EU-Sanktionsliste
Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Vize-Außenminister Anatoli Antonow zum neuen Botschafter in den USA ernannt. In der EU gilt der Diplomat jedoch …
Russlands neuer US-Botschafter steht auf EU-Sanktionsliste
Merkel oder Merkel - Alternativlosigkeit als Thema bei „Anne Will“
Fünf Wochen vor der Bundestagswahl sehen alle aktuellen Umfragen die Union deutlich vor der SPD. Ist die Wahl damit bereits entschieden? Diese Frage wurde in der …
Merkel oder Merkel - Alternativlosigkeit als Thema bei „Anne Will“
Attentäter wird in ganz Europa gesucht
Die Terrorzelle von Katalonien wollte möglicherweise auch die Basilika Sagrada Familia in die Luft jagen. Die Mitglieder der Gruppe sind nach Erkenntnissen der Behörden …
Attentäter wird in ganz Europa gesucht
Berlin strikt gegen Auslieferung Akhanlis - Autor ist beunruhigt
Die Bundesregierung, die EU-Kommission - und der Betroffene selbst: Kaum jemand kann sich vorstellen, dass Dogan Akhanli tatsächlich an die Türkei ausgeliefert wird. …
Berlin strikt gegen Auslieferung Akhanlis - Autor ist beunruhigt

Kommentare