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Der Menschenrechtler Peter Steudtner ist nach Freilassung in der Türkei wieder in Deutschland angekommen

Am Donnerstagabend

Nach U-Haft in der Türkei: Steudtner zurück in Berlin

Erleichterung in Berlin: Der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner ist nach seiner monatelangen U-Haft in der Türkei wieder unbeschadet in Deutschland angekommen.

Berlin/Istanbul - Nach mehr als dreimonatiger Untersuchungshaft in der Türkei ist der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner nach Berlin zurückgekehrt. Steudtner und sein mit ihm inhaftierter schwedischer Kollege Ali Gharavi trafen am Donnerstagabend aus Istanbul kommend in Berlin ein, wie die Deutsche Presse-Agentur aus zuverlässiger Quelle erfuhr. Zum Auftakt ihres Prozesses wegen Terrorvorwürfen hatte ein Istanbuler Gericht in der Nacht zu Donnerstag überraschend die Freilassung von Steudtner, Gharavi und sechs mitangeklagten türkischen Menschenrechtlern angeordnet.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass Altkanzler Gerhard Schröder bei der Freilassung Steudtners aus der türkischen Untersuchungshaft eine zentrale Rolle gespielt hat. Ein Geheimtreffen des SPD-Politikers mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan im September soll einen Durchbruch gebracht haben. Die Idee für die Vermittlungsmission hatte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde sie mitgetragen.

Verfahren wird fortgesetzt - für Steudtner besteht keine Gefahr

„Ich bin Gerhard Schröder sehr dankbar für seine Vermittlung“, sagte Gabriel Spiegel Online. „Es ist ein erstes Zeichen der Entspannung, denn die türkische Regierung hat alle Zusagen eingehalten. Nun müssen wir weiter an der Freilassung der anderen Inhaftierten arbeiten.“

Steudtner war nach der Aufhebung der Untersuchungshaft aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Silivri westlich von Istanbul entlassen worden. Unmittelbar danach sagte der 45-Jährige vor Journalisten: „Wir sind allen sehr dankbar, die uns rechtlich, diplomatisch und mit Solidarität unterstützt haben.“

Steudtner, Gharavi und neun türkischen Menschenrechtlern wird von der Staatsanwaltschaft „Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation“ beziehungsweise „Unterstützung von bewaffneten Terrororganisationen“ vorgeworfen, worauf bis zu 15 Jahre Haft stehen. Das Verfahren wird am 22. November fortgesetzt. Nach der Ausreise wird ein Urteil für Steudtner keine Auswirkungen haben - solange er in Deutschland bleibt.

Aus der Türkei dringen unterdessen bereits wieder markige Parolen aus dem Regierungsumfeld nach Deutschland.

dpa

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