+
Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Foto: Maurizio Gambarini

Atomverhandlungen mit dem Iran: Chefdiplomaten zurückerwartet

Intensive Beratungen aber keine Einigung: Ein schnelles Ende des Verhandlungsmarathons in den Wiener Atomgesprächen ist derzeit nicht absehbar. Die Hoffnungen ruhen auf dem diplomatischen Geschick der Außenminister.

Wien (dpa) - Beim Ringen um eine Beilegung des Atomstreits mit dem Iran hat sich auch am Mittwoch zunächst kein Erfolg abgezeichnet. Die Chefdiplomaten der sieben beteiligten Staaten wollten ab Donnerstag weiter über Lösungen für die letzten strittigen Punkte beraten.

Die Außenminister aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden am Abend am Verhandlungsort in Wien zurückerwartet.

Der Iran legte nach eigenen Angaben einen "neuen konstruktiven Vorschlag" auf den Tisch. Details dazu wurden zunächst nicht bekannt. Streitpunkt waren zuletzt die Inspektionen von Atom- und Militäranlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die zeitliche Abfolge der Aufhebung von Sanktionen. Bis auf zwei, drei Themen sei das Abkommen fertig, sagte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi. Diese könnten aber nur von den Außenministern entschieden werden.

In den vergangenen Tagen soll es mehrmals zu Spannungen zwischen Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, seinem US-Gegenpart John Kerry und auch anderen Chefdiplomaten gekommen sein, hieß es aus Delegationskreisen und in Medienberichten aus Teheran. "Drohen Sie niemals einem Iraner", warnte Sarif demnach laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Irna die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Sarif habe nur den allergrößten Respekt für die EU-Außenbeauftragte, twitterte später jedoch ein iranischer Diplomat.

Eine ursprüngliche Frist für eine Einigung war am Dienstag um "mehrere Tage" verlängert worden. Die 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) will den Iran in einem Abkommen verpflichten, sein Atomprogramm zu begrenzen und so die etwaige Entwicklung einer Nuklearwaffe unmöglich machen. Der Iran seinerseits dringt auf die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen.

Eckpunkte laut US-Außenministerium

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Was passiert, wenn ... ? Der Asyl-Streit der Union kurz erklärt
CDU und CSU zoffen sich im Asyl-Streit um Schlagworte, schnelle Maßnahmen und Fristen. Aber worum geht es eigentlich wirklich? Und was wären die Konsequenzen von …
Was passiert, wenn ... ? Der Asyl-Streit der Union kurz erklärt
Seehofer wirft deutschen Medien „Fake News“ vor - Scharfe Kritik: „In einer Reihe mit Donald Trump“
CSU-Chef Seehofer sorgt für neuen Zündstoff im Asyl-Streit: Er wirft den deutschen Medien die Verbreitung von „Fake News“ vor. Kritiker vergleichen ihn mit rechten …
Seehofer wirft deutschen Medien „Fake News“ vor - Scharfe Kritik: „In einer Reihe mit Donald Trump“
Irrfahrt auf dem Mittelmeer: Deutsches Schiff mit Flüchtlingen darf nirgends anlegen
Erneut ist ein Rettungsschiff mit vielen Migranten an Bord auf Irrfahrt auf dem Mittelmeer: Der deutsche Lifeline wird die Einfahrt in einen Hafen verweigert.
Irrfahrt auf dem Mittelmeer: Deutsches Schiff mit Flüchtlingen darf nirgends anlegen
Auch Malta verwehrt deutschem Rettungsschiff die Einfahrt
Italien macht Jagd auf private Seenotretter. Derweil sterben massenweise Migranten im Mittelmeer - und eine deutsche Hilfsorganisation irrt übers Meer. Für Innenminister …
Auch Malta verwehrt deutschem Rettungsschiff die Einfahrt

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.