Erwin Huber
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Der frühere CSU-Chef Erwin Huber wird im kommenden Jahr nicht erneut für den Landtag kandidieren - nach vier Jahrzehnten im Parlament.

Nach vier Jahrzehnten im Landtag

Früherer CSU-Chef Erwin Huber hört 2018 auf

Parteisoldat - so nannte er sich gerne selber. Und so bezeichneten ihn auch andere, unter anderem sein Nachfolger Horst Seehofer: Erwin Huber hat die CSU jahrzehntelang mit geprägt. Doch 2018 ist Schluss.

München - Er war CSU-Generalsekretär, Staatskanzleichef, Finanzminister, Wirtschaftsminister, ein Jahr lang CSU-Vorsitzender und ist bald 40 Jahre Landtagsabgeordneter - doch im Herbst 2018 ist Schluss: Erwin Huber, CSU-Urgestein und inzwischen 71 Jahre alt, wird im kommenden Jahr nicht erneut für den Landtag kandidieren. Die Entscheidung, die eigentlich länger klar war, hat Huber nun endgültig offiziell gemacht. „Nach 50 Jahren in der Politik und dann 40 Jahren als Abgeordneter möchte ich die Tagesarbeit in jüngere Hände legen“, sagte Huber der Deutschen Presse-Agentur. Die Bewerbungsfrist seines Kreisverbandes bis Ende Oktober hat er verstreichen lassen.

„Mit das Schwierigste im Politikerdasein ist, die eigenen Grenzen zu sehen und zu spüren, wann es Zeit ist, Amt und Macht abzugeben“, sagte Huber. Politik habe ja Suchtelemente, aber er sei bereits auf Entzug und könne dem neuen Leben viel Schönes abgewinnen, erklärte er. Vorruhestand aber gibt es für ihn nicht: Bis zum letzten Tag bleibe er „engagiert und unerschrocken in der Pflicht“, betonte er - Huber ist unter anderem Chef des Wirtschaftsausschusses im Landtag.

Huber: „Bin meinen Wählern und meiner Partei dankbar“

Das war und ist für viele in- und außerhalb der CSU erstaunlich: dass Huber nicht schon längst aufgehört hat. Im Jahr 2008, nach der historischen Landtagswahlniederlage, die ihn nach nur 13 Monaten das Amt als CSU-Chef kostete. Oder spätestens bei der Landtagswahl 2013. Nein, Huber blieb - und blieb sogar bis heute Ausschussvorsitzender.

„Ich bin meinen Wählern und meiner Partei dankbar, dass ich über einen so ungewöhnlich langen Zeitraum auf der Kommandobrücke und im Maschinenraum des „Tankers Bayern“ wirken durfte“, erklärte Huber, der in seiner Karriere Siege erlebte, aber auch herbe Niederlagen. „In der Politik gibt es immer Höhen und Tiefen, und ich habe in Freud und Schmerz so ziemlich alles mitgemacht“ - so drückt er dies selbst aus. „Was bleibt, ist das gute Gefühl, eine Zeit lang an bedeutenden Weichenstellungen Bayerns mitgewirkt und eingewirkt zu haben.“

Aus der Nachfolgersuche in seinem Stimmkreis hat Huber sich nach eigenen Worten herausgehalten. „Ich will auch nicht meine Nachfolgerin oder meinen Nachfolger bestimmen, denn ein Amt ist in der Demokratie kein Erbhof“, erklärte er. „Die Entscheidung sollen die treffen, die künftig Verantwortung in diesem Staffellauf tragen.“

Doch sich ganz heraushalten aus der Politik wird Huber kaum können. „Ein politischer Mensch bleibt man sein Leben lang“, betonte er. Gelegentlich einen „Warnruf“ werde er wohl nicht unterdrücken können.

Auf Huber warten aber erst einmal viele andere Dinge - unter anderem seine Enkel. Er will Rennradfahren und Langlaufen, will Klavierspielen lernen - und habe ein Philosophie-Studium ins Auge gefasst. „Und um ein paar Gänge runterzuschalten, zu entschleunigen und der Beschaulichkeit Raum zu geben, ist es ja wirklich nicht zu früh.“

dpa

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