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Ministerpräsident Horst Seehofer will nach Ende des Volksbegehrens der Freien Wähler weiter über die Zukunft des Gymnasiums diskutieren.

Nach Volksbegehren

Seehofer will über Zukunft des Gymnasium reden

München - Eine grundsätzliche Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird es in Bayern wohl nicht geben. Horst Seehofer will jedenfalls nicht allein über Jahreszahlen reden.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will nach Ende des Volksbegehrens der Freien Wähler zwar weiter über die Zukunft des Gymnasiums diskutieren - aber nicht über eine Wiedereinführung des G9. Es gehe „nicht so sehr um die ewige Debatte: acht oder neun Jahre“, sondern um die individuelle Förderung der Schüler, sagte der CSU-Chef am Montag nach einer Sitzung des Parteivorstands in München. Zudem erteilte er einer „großen Bildungsreform“ oder einer „Schulreform“ eine Absage. Die CSU wolle „Ruhe an der Schulfront“. Damit scheidet eine grundsätzliche Rückkehr zum G9, wie dies etwa der Philologenverband fordert, für ihn aus.

Selbst für den Fall, dass das Volksbegehren für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 erfolgreich sein sollte, würde sich die Staatsregierung nach Darstellung Seehofers nicht auf eine Debatte G8 oder G9 einlassen. Die CSU würde dann einen Alternativ-Gesetzentwurf vorlegen, erklärte er. „Aber das wäre eine Alternative, in der es nicht um Jahreszahlen geht, sondern um die Förderung der Kinder.“

Zweifel, dass die CSU überhaupt etwas ändern will, versuchte er erneut zu zerstreuen. „Wir werden völlig unabhängig vom Ausgang des Volksbegehrens diesen Dialogprozess fortführen“, betonte Seehofer. Eckpunkte, wie es am Gymnasium konkret weitergehen soll, will Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) vor der Sommerpause vorlegen.

Kritik der Freien Wähler

Der Bildungsexperte der Freien Wähler, Günther Felbinger, kritisierte: „Die Absage des Ministerpräsidenten an eine große Bildungsreform ist jedenfalls entlarvend - zeigt sie doch, dass die Staatsregierung unbedingt am Turbo-Abitur G8 festhalten möchte.“ Deshalb sei ein Erfolg des Volksbegehren so wichtig: „Nur so können Bayerns Bürger selbst nachhaltige Reformen auf den Weg bringen, so dass den Schülern mehr Zeit zum Lernen bleibt und das Gymnasium in Bayern eine echte Chance hat, sich weiterzuentwickeln.“

Das Volksbegehren der Freien Wähler geht an diesem Mittwoch zu Ende. Bislang zeichnet sich ein Scheitern der Initiative ab. Die Freien Wähler haben aber angekündigt, bis zum Schluss zu kämpfen. Für einen Erfolg wären bayernweit rund 950 000 Unterschriften nötig.

dpa

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