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Angela Merkel schaut beim G20 Gipfel in China auf ihr Handy.

Für Telefonkonferenz mit Berlin

Nach Wahl-Schlappe: Merkel schwänzt Termin in China

Berlin - Während die Teilnehmer des G20-Gipfels in China am Montag am Mittagstisch saßen, hat sich Angela Merkel via Telefonkonferenz dem CDU-Vorstand in Berlin zuschalten lassen. Das desaströse Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern stand auf dem Programm.

Am Wahltag hatte sich Angela Merkel auch im fernen China stets auf dem Laufenden halten lassen. Das Wahlergebnis in ihrem Heimat-Bundesland fiel deutlich schlechter aus für die CDU als angenommen. Immer wieder war Merkel am Handy zu sehen. Sie will über die Entwicklungen daheim informiert und in alle Vorgänge involviert sein.

Die CDU-Spitze hat am Montagvormittag etwa 45 Minuten lang über Konsequenzen aus dem AfD-Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern beraten. Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hatte sich vom G20-Gipfeltreffen im chinesischen Hangzhou in die um 9 Uhr beginnende Diskussion eingeschaltet. Über die Ergebnisse wollte im Anschluss CDU-Generalsekretär Peter Tauber berichten. Am Nachmittag (17 Uhr) dürfte die Lage der Union auch in einer Sitzung der Bundestagsfraktion von CDU und CSU eine Rolle spielen.

Seit elf Jahren ist Merkel Kanzlerin - den Absturz der CDU und den Aufstieg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern lasten viele ihrer Flüchtlingspolitik an. Die CDU steckt in der Krise - und somit auch Merkel.

AfD vor der CDU in Mecklenburg-Vorpommern

Die AfD hatte bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag aus dem Stand 20,8 Prozent erreicht und ist nun hinter der SPD und vor der CDU zweitstärkste Kraft im Land. Nicht mehr im Landtag vertreten sind die Grünen mit 4,8 Prozent und die NPD mit 3,0 Prozent. Im neuen Landtag erhält die SPD 26 Sitze, die AfD 18, die CDU 16 und die Linkspartei elf Sitze.

Petry sieht Wahlerfolg der AfD als persönliche Niederlage Merkels

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry führt den Erfolg ihrer Partei bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auf politische Fehler der großen Koalition im Bund zurück. „Die Kanzlerin und die SPD machen den Bürgern etwas vor, ganz gleich, ob das die Finanz- oder die Migrationskrise betrifft“, sagte Petry am Montag dem Fernsehsender Phoenix. Union und Sozialdemokraten seien dabei, „dieses Land aufzugeben“. Die Wahlschlappe der CDU im Nordosten sei eine persönliche Niederlage für Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Frau Merkel stürzt sich selbst“, sagte Petry.

Zahlreiche CSU-Politiker forderten eine Kehrtwende Merkels in der Flüchtlingspolitik. Am Montag analysierten die Parteien das Wahlergebnis. Die Ereignisse rund um die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern können Sie in unserem Live-Ticker nachlesen.

Am 18. September wählt Berlin die neue Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses. Hier erfahren Sie, was Sie darüber wissen müssen.

AfD setzt Siegeszug fort - Neuer Rekord aber verfehlt

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